Eine neue Studie zeigt, dass die vom Bundesrat herausgegebenen Ernährungsempfehlungen großes Potenzial für CO2-Reduktion und Umweltschutz bieten. Die Minimalauswertung der Empfehlungen könnte den CO2-Ausstoß deutlich senken. Die Studie betont die Notwendigkeit, die Empfehlungen in ihrer Gesamtheit anzuwenden, um die gewünschten Auswirkungen zu erzielen.
Anfang September veröffentlichte der Bund neue Ernährungsempfehlungen. Erstmals wurde dabei auch der Einfluss der Ernährungsweisen auf Umwelt und Nachhaltigkeit untersucht. So wurde etwa empfohlen, Hülsenfrüchte wie Erbsen, Bohnen oder Linsen zu essen. Food Waste sollte möglichst vermieden werden. Und es sollten mehr saisonale und weniger verarbeitete Produkte gekauft werden. Umweltorganisationen beurteilten die Empfehlungen damals als ungenügend.
\Eine neue Studie im Auftrag von WWF und Greenpeace zeigt nun auf, dass grundsätzlich sehr viel drin läge für den Klima- und den Umweltschutz, wenn die Empfehlungen des Bundes in ihrer Minimalausprägung angewandt würden. Wenn also das Minimum an Fleisch gegessen und das Minimum an Süssgetränken konsumiert würde. In dem Fall könnte laut Studie der CO2-Ausstoss von heute 1,7 Tonnen pro Kopf und Jahr auf 0,7 Tonnen gesenkt werden. Es wäre eine Ernährung, die gesund wäre, ohne dem Planeten zu schaden. \Die Maximalausprägung der Empfehlungen des Bundes fällt für Umwelt und Klima entsprechend deutlich schlechter aus. \Die Bandbreite der Empfehlungen ist sehr gross. Denn der Bund hat dabei in erster Linie darauf geschaut, was für Menschen gesund ist, wie Wirtschaftsredaktor Klaus Ammann erklärt: «Die Umweltauswirkungen wurden quasi zusätzlich noch aufgeführt. Aber man kann nach wie vor noch relativ viel Fleisch essen, zwei- bis dreimal pro Woche. Und das wird immer als gesund beurteilt. Auf der anderen Seite ist eine vegetarische Ernährung gesund. Das gibt dann bezüglich CO2-Emissionen und Umweltauswirkungen eine sehr grosse Bandbreite.» \Die minimale Ausprägung wäre nicht nur im Einklang mit den Schweizer Klimazielen. Sie wäre auch im Einklang mit den UNO-Bedingungen zum Schutz des Planeten vor weiterer Schädigung. \A eine andere, Ende letzter Woche erschienene Studie zeigt aber auch, dass sich allmählich etwas bewegt in der Schweiz. Dass es vor allem immer mehr so genannte Flexitarierinnen und Flexitarier gibt. Also Menschen, die nicht jeden Tag Fleisch essen. Die Zahl der Vegetarier wiederum stagniert. Offensichtlich sind Fleischersatzprodukte vielen Menschen zu teuer. Gleichzeitig tobt aktuell eine Rabattschlacht beim Fleisch unter den Detailhändlern. Aktuell ist also die Realität noch über dem maximal Gesunden und ganz weit weg von den Klimazielen, wie Ammann bilanziert. \Um sich den Ernährungsempfehlungen des Bundes weiter annähern zu können, sind laut Ammannn nun die verschiedenen Exponenten gefragt: Die Politik, der Handel und auch die Konsumierenden selbst. Politisch etwa müssten vermutlich Klimakosten in die Preise einbezogen werden. So sollte es für die Bauern interessanter werden, klimafreundlich zu produzieren, was heute oft nicht der Fall ist. Auch die Detailhändler haben eine Verantwortung, denn Rabattschlachten beim Fleisch nützen weder der Volksgesundheit noch der Umwelt. Für den Konsumenten heisst es deshalb eigentlich: Je umweltfreundlicher, desto gesünder. Gesunde Ernährung hat oft immer noch einen Aufschlag zur Folge, und das nicht immer zu Recht. Und oft ist es auch schwierig zu wissen, was nun wirklich wie gesund ist und welche Auswirkungen ein Produkt auf die Umwelt hat. Da wäre noch mehr Transparenz nötig, so Ammann
CLIMATE PROTECTION SUSTAINABLE DIET EMISSIONS REDUCTION FOOD WASTE RECOMMENDATIONS
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