Tötet Spotify Musik?

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Tötet Spotify Musik?
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Ein neues Buch belegen die Zweifelhafte «Fake Artist»-Methode der Streaming-Plattform Spotify. Jeder dritte Schweizer nutzt Spotify, aber was hören wir da eigentlich? Die Musikjournalistin Liz Pelly bestätigt einen langjährigen Verdacht: Spotify bestimmt massgeblich, wie wir Musik hören. Die Plattform bietet über 100 Millionen Songs zum Preis von geschalteter Werbung oder 13.95 Franken pro Monat. Doch Spotify erwirbt Zugriff auf eine nicht vorstellbare Menge an Musik, ohne sich jedoch auch nur einen Song davon ins Regal stellen zu können. Spotify führte die «Browse»-Seite ein, auf der sich eine kuratierte Auswahl an Playlists findet. Sortiert nach Stimmungen und Tätigkeiten – etwa «Chill», «Focus» oder «Party». Spotify reagierte auf die Vorwürfe mit: «Wir haben nie ‹Fake Artists› erschaffen und auf Spotify-Playlists platziert. Das ist kategorisch falsch, Punkt. Inzwischen ist klar: Die Vorwürfe sind berechtigt. Liz Pelly hat für ihr Buch «Mood Machine» zahlreiche interne Nachrichten ausgewertet. Darin bezeichnen Mitarbeitende die «Fake Artist»-Musik als «perfect fit content» (PFC), was sich als «massgeschneiderter Inhalt» übersetzen lässt. Spotifys offizielle Definition lautete: «Musik, die in Auftrag gegeben wurde, um in eine bestimmte Playlist/Stimmung zu passen, bei gleichzeitig verbesserten Gewinnmargen».

Tötet Spotify Musik? Ein neues Buch belegt die zweifelhafte «Fake Artist»-Methode der Streaming-Plattform

2013 führte die Plattform deshalb die «Browse»-Seite ein, auf der sich eine kuratierte Auswahl an Playlists fand. Sortiert nach Stimmungen und Tätigkeiten – etwa «Chill», «Focus» oder «Party». So konnten sich User fortan sachte berieseln lassen von Song-Zusammenstellungen, die genau auf die eigene Gefühlslage zu passen versprachen.

Seit 2016 warfen Medienberichte Spotify deswegen vor, Musiker zu bezahlen, damit diese Easy-Listening-Songs unter falschem Namen auf die Plattform hochladen. Durch das gezielte Einfügen dieser «Fake Artists» in Playlists, so die Vermutung, reduzierten sich Spotifys Tantiemen-Zahlungen – weil die Musik von «Fake Artists» wohl sehr viel günstiger lizenziert sei als die von «echten» Personen.

Das PFC-Programm startete 2016, ab 2017 wurden die Kuratoren gedrängt, ihren Playlists PFC-Musik beizumischen und sie prominent zu platzieren. «Ich war mir nicht wirklich sicher, wer die Musik gemacht hat oder woher sie kam», erzählte ein ehemaliger Playlist-Kurator der Journalistin. «Aber ich verstand, dass es Musik war, von der wir finanziell profitierten, und dass wir sie in bestimmte Playlists aufnehmen wollten.

Bis heute steckt PFC-Musik in mehreren hundert Spotify-Playlists, so Pelly. Davon bestehen mehr als 150 fast ganz aus PFC-Songs: etwa die Playlists «Ambient Relaxation», «100% Lounge» oder «Bossa Nova Dinner».

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