Lantal: Der Schweizer, der die Welt auf Stoffsitzen setzt

Wirtschaft Nachrichten

Lantal: Der Schweizer, der die Welt auf Stoffsitzen setzt
LantalTEXTILSITZBEZÜGE
  • 📰 tagblatt_ch
  • ⏱ Reading Time:
  • 229 sec. here
  • 10 min. at publisher
  • 📊 Quality Score:
  • News: 112%
  • Publisher: 55%

Lantal ist ein schweizerisches Unternehmen, das weltweit Sitzbezüge für Verkehrsbetriebe, Fluggesellschaften und andere Unternehmen herstellt. Im Interview verrät Firmenpatron Urs Rickenbacher, wie die Sitzbezüge der Zukunft aussehen könnten, was er von Holzsitzen im ÖV hält und welche Pläne er mit Schwarznasenschafen hat.

Lantal , eine schweizerische Textilfirma, produziert weltweit Teppiche, Vorhänge und Sitzbezüge für Verkehrsbetriebe, Fluggesellschaften und andere Unternehmen. Das Unternehmen ist vor allem bekannt für seine hochwertigen Sitzbezüge, die in Zügen, Bussen und Flugzeugen verwendet werden. Im Interview verrät Firmenpatron Urs Rickenbacher, wie die Sitzbezüge der Zukunft aussehen könnten, was er von Holzsitzen im ÖV hält und welche Pläne er mit Schwarznasenschafen hat.

Lantal-Chef und -Mehrheitsaktionär Urs Rickenbacher in der Textilfabrik in Melchnau bei Langenthal BE. Im Hintergrund wird ein neuer Airline-Stoff gewoben.Die Umgebung ist unscheinbar. Nichts deutet vor der Fabrikhalle von Lantal in Melchnau bei Langenthal BE darauf hin, dass hier Teppiche, Vorhänge und Sitzbezüge für die ganze Welt produziert werden - sowohl für Verkehrsbetriebe wie die SBB als auch für rund 300 Airlines wie Emirates oder Thai Airways. Die Wolle als Rohware, mehrheitlich aus Neuseeland und England, fertigt die bald 140 Jahre alte Familienfirma Lantal in der eigenen Spinnerei in Huttwil zu Garn, das anschliessend in Melchnau gefärbt und verwoben wird. Die Produktion erfordert Hunderte von Garnspindeln, aufgesteckt auf einem Gatter, einen energieintensiven Färbeprozess in grossen Tanks und viel Handarbeit. Firmenpatron Urs Rickenbacher, 67, will dies ändern, wie er im Interview erklärt. Herr Rickenbacher, fast jedes Gesäss in der Schweiz kam schon mal in Berührung mit Ihrem Stoff, sei es im SBB-Zug, im VBZ-Tram oder im Swiss-Flugzeug. Trotzdem ist der Name Lantal praktisch unbekannt. Stört Sie das?Nein, das stört mich nicht gross. Aber klar, vielen Leuten ist nicht bewusst, dass sie auf einem Schweizer Stoff sitzen oder einem Schweizer Teppich stehen, wenn sie an Bord einer internationalen Airline sind oder in ihrem städtischen Bus Platz nehmen.Etwa 300. Allein in Deutschland beliefern wir rund 45 regionale Verkehrsbetriebe, in Karlsruhe, München, Hamburg, Frankfurt und vielen weiteren Städten. In Frankreich sind es ebenfalls knapp 50, und in der Schweiz um die 40. Dazu zählen die SBB, Postauto sowie die Verkehrsbetriebe in Zürich, St. Gallen und Luzern. Etwa jeden fünften Umsatzfranken erzielen wir mit Firmen im öffentlichen Verkehr. Aber hier sehen wir noch grosses Potenzial.Schauen Sie sich die Strassen an: Überall herrscht Stau. Der Individualverkehr stösst zunehmend an seine Grenzen. Es braucht künftig überall ein grösseres, zukunftsfähiges Verkehrsangebot. Die USA sind ein gutes Beispiel dafür. Dort wird es in den nächsten 10 bis 15 Jahren einen grossen Boom geben, es gibt zahlreiche Projekte, für die wir uns als Zulieferer interessieren. Unsere Sitzbezüge gibt es an Bord der nationalen Amtrak-Züge, die entlang beider US-Küsten durchs Land fahren. Wir beliefern auch die Schweizer Zugbau-Firma Stadler, die an der Westküste stark im Geschäft ist. Und derzeit interessieren wir uns für zwei, drei grosse Bahnprojekte, unter anderem in Kalifornien.Stimmt. Präsident Trump spricht ja von Zöllen in der Höhe von 20 bis sogar 60 Prozent. Wie schlimm es tatsächlich kommen wird, werden wir sehen. Auch deshalb sind wir froh, dass wir bereits seit den 1970er-Jahren in North Carolina ein Werk haben mit rund 60 Angestellten. Dort produzieren wir zwar in erster Linie für die Luftfahrt, aber wir könnten auch für Züge Stoffe herstellen.In der Schweiz haben beispielsweise die Zürcher und Aarauer Verkehrsbetriebe Holzsitze in Trams und Bussen installiert. Haben Stoffsitze bald ausgedient? Diese Entwicklung beobachten wir natürlich genau. Und wir machten uns Gedanken, ob wir ebenfalls Holzsitze anbieten sollen. Wir bleiben aber beim strapazierfähigen Plüsch sowie bei Leder und Kunstleder.Holz ist nun mal glitschig. Es gab auch schon einen Unfall, bei dem eine ältere Frau in einer Kurve vom Holzsitz runtergerutscht ist und sich verletzt hat. Nun haben manche Betriebe begonnen, Stoffpolster auf die Holzsitze zu montieren. Auch weil sie relativ schnell verkratzt aussehen, sei es durch Gürtel oder Hosenknöpfe.Persönlich ging ich während der Pandemie davon aus, dass das Thema Hygiene auch künftig enorm wichtig sein wird. Wir baten Produkte an mit antibakteriellem und antiviralem Überzug. Doch das hat damals niemanden interessiert und auch heute nicht, da habe ich mich getäuscht.Es geht ja nicht nur um Viren. Sei es ein verschütteter Energydrink, Schweiss oder andere Körperflüssigkeiten - der Stoff saugt alles auf. Ich verstehe, dass man der Meinung sein kann, ein Stoffbezug sei weniger hygienisch. Aber natürlich werden auch Stoffsitze regelmässig und gründlich von den Verkehrsbetrieben gereinigt. Und in der Luftfahrt werden sie während ihrer Einsatzzeit von rund zwei Jahren bis zu fünf Mal chemisch gereinigt.Das kann man so sagen, weil die Stoffüberzüge im öffentlichen Verkehr aus Vandalismusgründen fest montiert sind und sich nicht einfach abziehen lassen. Auf sozialen Medien kursieren Videos, bei denen Fahrgäste auf Zürcher S-Bahn-Sitze klopfen und damit viel Staub aufwirbeln. Das ist s

Wir haben diese Nachrichten zusammengefasst, damit Sie sie schnell lesen können. Wenn Sie sich für die Nachrichten interessieren, können Sie den vollständigen Text hier lesen. Weiterlesen:

tagblatt_ch /  🏆 32. in CH

Lantal TEXTIL SITZBEZÜGE ÖV HYGIENE

Switzerland Neuesten Nachrichten, Switzerland Schlagzeilen

Similar News:Sie können auch ähnliche Nachrichten wie diese lesen, die wir aus anderen Nachrichtenquellen gesammelt haben.

Die Welt auf Schweizer Stoff: Lantal-Chef über Sitzbezüge für SBB und SwissDie Welt auf Schweizer Stoff: Lantal-Chef über Sitzbezüge für SBB und SwissLantal, ein Schweizer Unternehmen mit Sitz in Melchnau bei Langenthal, ist ein internationaler Anbieter von Teppichen, Vorhängen und Sitzbezügen für verschiedene Branchen, darunter Verkehrsbetriebe, Fluggesellschaften und die US-Luftwaffe. Das Unternehmen fertigt in seiner eigenen Spinnerei in Huttwil Garn aus Wolle, das anschliessend in Melchnau gefärbt und verwoben wird.
Weiterlesen »

Tarife von Radio und TV-Gebühren für Firmen verfassungswidrigTarife von Radio und TV-Gebühren für Firmen verfassungswidrigDie Unternehmensabgabe für Radio und Fernsehen soll künftig nach der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit der Unternehmen bemessen werden.
Weiterlesen »

Produzenten- und Importpreisindex sinkt im November erneutProduzenten- und Importpreisindex sinkt im November erneutDer Preisdruck auf die Unternehmen in der Schweiz hat im November weiter abgenommen.
Weiterlesen »

Dreame präsentiert die Zukunft der Haushaltsreinigung auf der CES / Der Hersteller setzt Maßstäbe: Vier...Dreame präsentiert die Zukunft der Haushaltsreinigung auf der CES / Der Hersteller setzt Maßstäbe: Vier...Berlin (ots) - Einführung des ProLeap(TM)-Systems, der VersaLift(TM)-Navigation in der X50-Serie, eines bionischen Mehrgelenk-Roboterarms und einer Multi-Mopp-Ersatzstation...
Weiterlesen »

Lantal: Schweizer Textilfirma rüstet die Welt ausLantal: Schweizer Textilfirma rüstet die Welt ausLantal, eine schweizerische Textilfirma, ist weltweit für Teppiche, Vorhänge und Sitzbezüge bekannt. Im Interview verrät Firmenpatron Urs Rickenbacher mehr über die Zukunft der Passagiermöbel, Holzsitzungen im ÖV und die Pläne der Firma mit Schwarznasenschafen.
Weiterlesen »

Der Zamboni: Der Star der Eishockey-StadienDer Zamboni: Der Star der Eishockey-StadienDer Zamboni ist ein unverzichtbares Gefährt für Eishockey-Stadien. Vom Rasenmäher inspiriert, sorgt er für eine glatte Eisfläche, die für Schlittschuhlaufen und Eishockey-Spiele unerlässlich ist. Der Begriff Zamboni ist zu einem Synonym für Eismaschinen geworden und genießt Kultstatus in Nordamerika.
Weiterlesen »



Render Time: 2025-04-04 04:32:33