Eine Studie der WSL zeigt, dass die Vielfalt von Insekten im Wald nach Stürmen wie Vivian (1990) und Lothar (1999) in den ersten Jahren zunimmt. Überraschenderweise wurden auf nicht geräumten Sturmflächen auch 20 Jahre später mehr gefährdete Arten wie der Grosse Zangenbock und die Mauerbiene gefunden im Vergleich zu intakten Wäldern.
Monika GerlachIn den ersten Jahren nach einem Orkan nimmt demnach die Vielfalt von Insekten im Wald erheblich zu, wie die WSL in einer Mitteilung vom Donnerstag schrieb.
Die Forscherinnen und Forscher der WSL stellten für ihre Studie nach den Winterstürmen Vivian im Jahr 1990 und Lothar im Jahr 1999 unterschiedliche Insektenfallen auf Sturmflächen und intakten Vergleichswäldern auf. Auf einem Teil der Sturmflächen waren die umgestürzten Bäume weggeräumt worden, auf einem anderen blieben sie liegen.
Diese Datenbeschaffung habe zu einem weltweit einzigartigen Datensatz geführt. «Noch nie zuvor wurden nach einer ökologischen Störung 20 Jahre lang in regelmässigen Abständen Daten über Gliederfüsser erhoben», liess sich Beat Wermelinger, Hauptautor der im Fachmagazin «Journal of Applied Ecology» veröffentlichten Studie in der Mitteilung zitieren.
Mehr Insekten und höhere Vielfalt In dieser Periode fanden die Forschenden auf den zerstörten Flächen nicht nur deutlich mehr Individuen der untersuchten Tierarten, sondern auch eine höhere Artenvielfalt als in den Wäldern, die die Stürme unbeschadet überstanden hatten. Entgegen der Erwartung der Forschenden war die Anzahl der Arten auf geräumten und belassenen Sturmflächen vergleichbar. Die Artenzusammensetzung unterschied sich aber. Besonders gefährdete Arten, wie der Grosse Zangenbock und die Mauerbiene, wurden auf nicht geräumten Sturmflächen häufiger gefunden. Auch 20 Jahre nach den Stürmen waren auf nicht geräumten Flächen mehr gefährdete Insekten zu finden.
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