Swiss Ski blickt auf die zweitfolgreichste WM aller Zeiten zurück

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Swiss Ski blickt auf die zweitfolgreichste WM aller Zeiten zurück
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Swiss Ski Präsident Urs Lehmann spricht über den grossen Erfolg der Schweizer Athleten an der Ski-WM in Saalbach-Hinterglemm, den Teamgeist im Schweizer Ski-Team und die Zukunft von Swiss Ski.

Schweizer Ski blickt auf die zweitfolgreichste WM aller Zeiten zurück. Im Interview spricht Präsident Urs Lehmann über Kritik und Wachstum und er sagt, warum dem Skisport zu grosse Dominanz einer Nation nicht guttut. Fünfmal Gold, insgesamt dreizehn Medaillen – die Schweizer Athletinnen und Athleten haben an der Ski-WM in Saalbach-Hinterglemm für einen Grosserfolg gesorgt. Entsprechend stolz ist auch Swiss-Ski-Präsident Urs Lehmann . Sie haben noch alle Haare.

Wie froh sind Sie, dass Sie nach der Abfahrt der Männer nicht in der Nähe des Teams waren, als der Rasierer herumging? Ihr Grinsen dürfte nach dieser WM aber sowieso so breit sein. Es ist wirklich ein schönes Gefühl. Aber auch eine Genugtuung, dass wir geliefert und Historisches geschafft haben. Wir haben uns zuletzt oft gesteigert und neue Höhen erreicht. Aber diese WM in Saalbach, was wir hier erlebt haben, war der bisherige Höhepunkt. Wir sprechen im Vorfeld ja nie von Medaillen. Aber dass wir dreizehn Medaillen gewinnen konnten, toppt die Erwartungen. Es ist schön, ein Teil davon gewesen zu sein. Dieses Gefühl hatte ich bei allen, die für Swiss-Ski im Einsatz waren. Geschichte wird schliesslich nicht immer geschrieben. Nochmals zurück zu den Glatzen im Schweizer Männerteam: Selbst die Trainer und Funktionäre machten mit. Haben Sie eine Erklärung für diesen unglaublichen Teamgeist? Es gibt verschiedene Ansatzpunkte. Da ist natürlich Marco Odermatt als Topsportler und absolute Integrationsfigur. Dazu kommt eine enorm starke Achse. Mit Männercheftrainer Tom Stauffer als Mastermind und Chefstratege. Mit Franz Heinzer und seinem Team als Topausbildner im Europacup. Aber auch mit Reto Nydegger als Abfahrtstrainer. Er war lange in Skandinavien beschäftigt. Und die Norweger gelten ja als Musterbeispiel für Teamspirit. Diesen Gedanken hat er mitgebracht. Das schwappt natürlich über, weil alle sehen, was dieser Teamgeist ausmachen kann. Wenn ich beispielsweise an Lara Gut-Behrami und Wendy Holdener in der Team-Kombination denke, wie die miteinander umgegangen sind, ist das für mich etwas Neues, etwas Hochemotionales. Genau so ist es. Es hiess so lange: «Schade, fährt Lara nie fürs Team.» Jetzt hat sie es gemacht. In Ihren Anfangszeiten, als der Aufschwung nicht sofort einsetzte, hiess es am Stammtisch: «Der Fisch stinkt vom Kopf.» Ist es für Sie eine Genugtuung, dass Sie es allen zeigen konnten? Nein, das muss man rational sehen. Mich hat man nach der medaillenlosen WM 2005 in Bormio in den Verband geholt (noch nicht als Präsident; Anm. d. Red.). Ich war schon als Athlet und auch danach ein starker Kritiker des Verbands, weil ich sagte, er mache viel zu wenig aus seinem Potenzial. Dann hiess es: «Also, jetzt musst du aber selbst Verantwortung übernehmen.» Wenn man dann einen Turnaround einleitet, wenn verdiente Leute, die ewig dabei waren, nicht mehr in die neue Strategie passen, ist es klar, dass man gewisse Menschen vor den Kopf stösst. Das war unangenehm. Es hiess da und dort: «Was will dieser junge Schnösel?» Und wir haben ja auch nicht von Beginn an überall die richtigen Personalentscheidungen getroffen. Wir haben Fehler gemacht, dazu stehe ich. Aber ich arbeitete mit Konsequenz an meiner Traumstruktur. Ich wollte auf jeder Position den besten Mann oder die beste Frau. Und das war ein Prozess. Nehmen wir Tom Stauffer: Sechs Jahre hat es gedauert, bis ich ihn überzeugen konnte, zu uns zu kommen. Bei Walter Reusser (heute CEO bei Swiss Ski; Anm. d. Red.) ist es sogar sieben Jahre gegangen vom ersten Gespräch, das wir führten, bis ich ihn für Swiss Ski überzeugen konnte. Es geht auch andersherum. Reto Nydegger wollte währen der Krise im 2013 Cheftrainer bei uns werden. Aber ich habe gesagt: «Du hast Potenzial, aber du bist noch nicht bereit.» Dann hat er mir Schimpf und Schande gesagt – wie andere übrigens auch. Allerdings war er konsequent und ging zu den Norwegern. Aber wir blieben stets in Verbindung. Und dann kam er zurück zu uns. Sehr nahe. Aber jetzt kommt die nächste Herausforderung: Gewisse Leute sind schon lange auf ihren Posten und haben nun vielleicht Lust, etwas anders zu machen. Darum müssen wir dieser Struktur grosse Sorg tragen. Und vielleicht auch gewisse Impulse setzen am einen oder anderen Ort, ohne das Ganze zu gefährden. Es ist eine hohe Kunst, dieses Konstrukt stabil zu halten. Seit Sie 2008 Präsident wurden, hat sich das Budget von Swiss Ski vervierfacht. Man spricht von rund 100 Millionen Franken pro Jahr und Saison, die zur Verfügung stehen. Stimmt das? Muss Swiss Ski weiterwachsen, oder ist der Zenit erreicht? Es muss weitergehen. Wir haben immer eine Strategie für drei bis vier Jahre. Aktuell wollen wir um weitere zehn Millionen Franken wachsen. Wir haben einen klaren Plan, wie wir das erreichen wollen. Und wir müssen das auch. Ich war selbst Sportler: Wenn du da nicht jeden Tag mit dem Anspruch ans Werk gehst, besser zu werden, dann überholen dich andere früher oder späte

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