Die Zockbar widmet sich alten Videospielen. Der Geschäftsinhaber erzählt von obskuren Sammlerstücken und der dunklen Seite der Game-Industrie.
80. Was für eine enttäuschende Zahl. Bloss 80 Videospiele befinden sich in Livio Gottardis Privatbesitz. Vom Besitzer der Zockbar, einem Videospielladen in der Berner Altstadt, hätte man eine stattlichere Sammlung erwartet. Und es kommt noch schlimmer. Diese Spiele spielt er nicht einmal, bis ihm die Augen flimmern. «Meine durchschnittliche Spielzeit liegt weit unter einer Stunde pro Tag», sagt Gottardi.
Im Spätsommer 1990 erreichte der Gameboy vom japanischen Videospielgiganten Nintendo den europäischen Markt. Im Lauf der Dekade landete er auch in Gottardis Händen.Er erinnert sich an durchgezockte Stunden mit seinem Bruder, handgeschriebene Briefe an Nintendo, wenn sie in einem Spiel nicht mehr weiterwussten, und elterliche Zeitlimits, die immer wieder gebrochen wurden.
Spielkonsolen sind längst keine Kinderspielzeuge mehr, sondern Hightech-Elektronikgeräte. Im Bild: Die Playstation 4 von Sony.Spielkonsolen sind längst nicht mehr bloss mit dem heimischen TV, sondern auch mit dem Internet verbunden. Dadurch bieten sie den Spieleherstellern die Möglichkeit, ihre Kunden zu schröpfen. «Spiele grosser Entwickler sind darauf ausgelegt, dass man ständig nachzahlen muss», sagt Gottardi.
Auch wenn man ihm das nicht gänzlich glauben will, scheint er einigermassen recht zu haben. Denn so ist auch seine überschaubare Spielsammlung zu erklären. «Ich behalte nur Spiele, die ich durchgespielt habe und mich langfristig immer wieder packen.»Vielleicht ist es dieser Pragmatismus, den Gottardi inzwischen zum Geschäftsinhaber gemacht hat. Die Weichen dazu hat er bereits vor Jahren gestellt.
Wenn Sie eines dieser Spiele im Keller finden, dann bringen Sie es lieber nicht ins nächste Brockenhaus.Zu seiner Kundschaft gehören Mittvierziger, die Spiele kaufen, die sie sich als Kind nicht leisten konnten, bis Kinder, die über den Gameboy der Eltern in den Archiven der Videospielwelt zu graben begannen.
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