Julius Bär Publiziert Geschäftszahlen 2024: Erholung nach Signa-Debakel

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Julius Bär Publiziert Geschäftszahlen 2024: Erholung nach Signa-Debakel
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Die Schweizer Privatbank Julius Bär veröffentlicht am kommenden Montag ihre Geschäftszahlen für das Jahr 2024. Nach einem schweren Jahr 2023 aufgrund des Signa-Debakels erwartet man eine Erholung. Investoren fokussieren sich auf Aussagen zum Neugeldzufluss und mögliche Sparprogramme.

Die Privatbankengruppe Julius Bär veröffentlicht am kommenden Montag die Zahlen zum Geschäftsjahr 2024. Nach der angekündigten Verbesserung bei den Neugeldzuflüssen wird erwartet, dass sich die Bank von der im Vorjahr wegen des Signa-Debakel s verursachten Gewinnhalbierung erholt. Analysten gehen von einem Betriebsertrag von 3,9 Milliarden Franken aus, was einem leichten Anstieg entspricht. Der adj.

Jahresgewinn dürfte bei 928 Millionen Franken liegen, während die Dividende je Aktie ähnlich wie im Vorjahr mit 2,64 Franken ausfallen sollte. Investoren sind gespannt, ob sich die im November 2024 vermeldete Verbesserung bei den Neugeldzuflüssen in der zweiten Jahreshälfte bestätigt. Im Fokus steht allerdings der erste öffentliche Auftritt des seit rund drei Wochen amtierenden CEO Stefan Bollinger. Eine neue Strategie dürfte er wohl noch nicht vorlegen, auch wenn verschiedene Medien bereits über bevorstehende Sparprogramme berichtet haben. Analysten warten auch auf Aussagen über mögliche Aktienrückkäufe - die Bank dürfte hier allerdings zunächst den Abschluss der Finma-Untersuchungen zu den hohen Signa-Krediten abwarten.Die Mittelfristziele für die Periode 2023 bis 2025 sehen eine adjustierte Vorsteuermarge von 28 bis 31 Basispunkten und ein adjustiertes Kosten-Ertragsverhältnis von «unter 64 Prozent» vor. Beim adjustierten Gewinn vor Steuern wird eine jährliche Wachstumsrate von über 10 Prozent angestrebt. Die bereinigte Rendite auf das Kernkapital (CET1) soll von 2023 bis 2025 über 30 Prozent betragen. Im Rahmen eines Kostenprogramms will die Bank Einsparungen von 145 Millionen Franken erzielen. Die volle Wirkung der Einsparungen soll dabei bis Ende 2025 erreicht werden. Das Programm dürfte zu einem Abbau von 250 Arbeitsplätzen führen. Der neue CEO Stefan Bollinger hat am 9. Januar 2025 sein Amt angetreten. Seit dem Rücktritt von Philipp Rickenbacher hatte Nic Dreckmann die Bank als ad interim CEO geführt, er amtiert nun wieder als COO der Bank. Rickenbacher war im Februar 2024 als CEO zurückgetreten. Er zog damit die Konsequenzen aus den hohen Kreditverlusten an die insolvente Signa-Gruppe, die zu einem Abschreiber von gut 600 Millionen Franken im Jahresergebnis 2023 führten. Verwaltungsratspräsident Romeo Lacher verlässt die Bank ebenfalls. Er kündigte Ende Januar an, sich an der Generalversammlung vom 10. April 2025 nicht mehr zur Wiederwahl zu stellen. Mit dem Amtsantritt des neuen CEO schlägt ein neues Kapitel auf, liess sich Lacher zitieren: «Es ist ein guter Zeitpunkt für diesen Wechsel auf Stufe Verwaltungsrat.» Der kommende Bär-Präsident dürfte von ausserhalb des Unternehmens kommen: Der Verwaltungsrat habe «frühzeitig einen Suchprozess für externe Kandidatinnen und Kandidaten eingeleitet», hiess es. Mit der Totalabschreibung der Signa-Kredite hatte Julius Bär auch den Ausstieg aus dem Private Debt-Geschäft und die Abwicklung des gesamten Kreditbuchs beschlossen. Per Ende Oktober 2024 betrug dieses noch rund 400 Millionen Franken gegenüber 800 Millionen per Ende 2023. Die Abwicklung soll laut früheren Angaben bis Ende 2026 weitgehend abgeschlossen sein. Mit dem Signa-Debakel befasst sich auch die Finanzmarktaufsicht Finma. Sie sei in intensivem Kontakt mit «verschiedenen Beaufsichtigten» und habe auch frühzeitig Massnahmen ergriffen, hatte ein Finma-Sprecher bestätigt. Die Untersuchung der Aufsichtsbehörde ist offenbar noch nicht abgeschlossen. Anfang Januar 2025 gab Julius Bär den Verkauf seines brasilianischen Inlandgeschäfts bekannt. Die Tochtergesellschaft mit Vermögen von 61 Milliarden brasilianischen(rund 9 Mrd Fr.) wurde an die Banco BTG Pactual veräussert. Bär erhält für den Verkauf eine Barzahlung von 615 Millionen.Der georgische Milliardär und Parteichef Bidzina Ivanishvili nimmt nach seinem jahrelangen Rechtsstreit mit der Credit Suisse nun auch die Privatbank Julius Bär ins Visier. Laut Angaben seiner Anwälte hatte er einen Grossteil der Vermögenswerte, die er von der Credit Suisse zurückerhielt, zu Julius Bär transferiert. Die Anwälte warfen der Zürcher Bank «politische Erpressung» vor und kündigten die Einleitung eines Gerichtsverfahrens an. Moody's hatte ihren Ausblick für das Julius Bär-Rating im Dezember 2024 auf «stabil» von «negativ» erhöht. Allerdings behielt sie das Rating «A3» bei. Im Dezember 2023 hatte Moody's das Rating im Umfeld des Signa-Debakels auf «A3» von «A2» gesenkt. Die Aktien der Julius Bär AG haben sich seit Mitte 2023 deutlich erholt. Zuletzt verzeichnet die Bank eine Zunahme um etwa 8 Prozent. Bereits im letzten Jahr entwickelten sich die Titel überdurchschnittlich. Beim derzeitigen Kursniveau von gut 64 Franken haben die Titel auch den heftigen Absturz im Herbst 2023 wegen des Signa-Debakels wettgemacht. Damals waren sie auf Tiefstwerte von unter 44 Franken gesunken.

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