Deutsch-iranischer Politologe Ali Fathollah-Nejad sieht Iran in einem historisch schwierigen Jahr. Staat und Gesellschaft stehen im Konflikt, die regionalen Verbündeten sind schwach. Die iranische Elite ist korrupt und unfähig, die Probleme des Landes zu lösen. Die Zukunft des Regimes steht auf dem Spiel.
Ali Fathollah-Nejad, deutsch-iranischer Politologe, bezeichnet das Jahr 2024 als besonders herausfordernd für den Iran. Er sieht das Land in einem Zustand historischer Schwäche, in dem Staat und Gesellschaft auf Kollisionskurs stehen. Die innenpolitischen Krisen vertieften sich, während der Iran die meisten seiner regionalen Verbündeten verlor.
Die einst mächtige „Achse des Widerstands“, bestehend aus der Hisbollah im Libanon und der Hamas in Gaza, sowie dem Assad-Regime in Syrien, wurde schwer geschwächt. Diese Entwicklungen hinterlassen eine große Ratlosigkeit in Teheran. Die Drohung mit einer nuklearen Eskalation, die in der Vergangenheit als Druckmittel gegen den Westen diente, ist seit der Rückkehr von Donald Trump ins Weiße Haus komplizierter geworden. Trump strebt zwar maximale Sanktionen gegen Teheran an, zeigt aber gleichzeitig Interesse an einem neuen Abkommen. Dieses würde jedoch weit über das reine Atomabkommen hinausgehen und auch das iranische Raketenprogramm und die militärische Stärke beinhalten. Fathollah-Nejad sieht die iranische Elite als Hauptverursacher dieser Krise. Sie habe die ökonomische und politische Macht monopolisiert, sei aber nicht in der Lage, die strukturellen Probleme des Landes zu lösen. Die Elite sei hochkorrupt und unqualifiziert, und viele Mitglieder hätten aufgrund ihrer Loyalität zum Regime hohe Funktionen inne, anstatt aufgrund ihrer Fähigkeiten. Die iranische Gesellschaft leidet unter der wirtschaftlichen Misere und der Korruption der Elite. Die jüngsten Proteste der „Frauen, Leben, Freiheit“-Bewegung zeigen, dass die Unterstützung für das Regime stark geschwächt ist. Über 80 Prozent der Bevölkerung sympathisierten mit den Protesten. Auch innerhalb der Streitkräfte gibt es Risse. Die bevorstehende Nachfolge von Ali Chamenei könnte zu einer weiteren Destabilisierung führen. Die Kombination aus innenpolitischer Krise, regionalen Verlusten und dem Druck von außen durch Donald Trump deutet auf ein äußerst schwieriges Jahr für das iranische Regime hin
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