In der Zentralschweiz ist die aktuelle Hochnebelsaison besonders hartnäckig. Die Daten zeigen, dass es bisher mehr Hochnebeltage gab als in den meisten der vergangenen 44 Jahre. Doch trotz des aktuellen Nebels gibt es Hoffnung: Im Durchschnitt sind die Nebeltage in den letzten Jahren rückläufig.
Unten grau, oben blau – ein Phänomen, das in der Zentralschweiz in der aktuellen Hochnebel saison aussergewöhnlich oft vorkommt. Doch für Nebelgeplagte gibt es Hoffnung. Bild: Pius Amrein (Weggis, 31. 10. 2024) Wenn der Hochnebel mal wieder tage-, ja gar wochenlang – zumindest gefühlt – über unseren Köpfen schwebt. Wenn er der Sonne keine Chance lässt und es fast unvorstellbar ist, dass oben schönster Sonnenschein herrscht. Dann könnte man meinen, es sei noch nie so schlimm gewesen.
Und: es werde immer schlimmer. Doch was sagen die Daten dazu? Diese Frage ist nicht ganz so einfach zu beantworten. «Wie will denn ein Messgerät merken, um welche Art der Bewölkung es sich handelt?», gibt der Meteorologe Stephan Bader von Meteo Schweiz zu bedenken. So gibt es zwar Nebeldaten, doch diese halten einzig jenen Nebel fest, der vor Ort die Sicht mindert. Also nicht den Hochnebel. Trotzdem ist es in der Zentralschweiz möglich, Tage mit Hochnebel in den Wetterdaten zu erkennen. Zu verdanken ist das den Messstationen auf dem Pilatus und jener in der Stadt Luzern. Luftlinie sind die beiden Orte keine zehn Kilometer voneinander entfernt. Höhenmeter sind es aber über 1600. Wenn also nun auf dem Pilatus Sonnenschein registriert wird, in der Stadt Luzern aber nicht, handelt es sich mit hoher Wahrscheinlichkeit um Hochnebel. Und so machen es auch die Meteorologen, wenn sie sagen, es sei oben blau und unten grau. «Bei einer Sonnenscheindauer von weniger als 20 Prozent sprechen wir von einem trüben Tag. Sind es 80 Prozent und mehr aller möglichen Sonnenstunden, ist es ein heiterer Tag», sagt Bader. Und eben: Ist es oben heiter und unten trüb, dann handelt es sich um Hochnebel.Leserbild: Kurt Von Rotz (4. 2. 2025)Und tatsächlich: Das Gefühl, dass wir in dieser Saison schon viele Hochnebeltage erdulden mussten, trügt nicht. Das zeigt ein Vergleich der aktuellen Daten mit jenen der letzten 44 Jahre. So gab es in den Monaten von Oktober 2024 bis Januar 2025 in Luzern 27 Tage mit Hochnebel, der sich so gut wie nicht aufgelöst hat. In den vergangenen 44 Saisons kam es nur neun Mal vor, dass es im Herbst und Winter – bis und mit Januar – noch mehr Nebeltage gab. Der Rekord liegt bei 37 Hochnebeltagen 1988, gefolgt von 1989 mit 36 Tagen. Wobei diese beiden Rekorde alle anderen Spitzen bei weitem überflügeln. Noch deutlicher wird es, dass diese Nebelsaison besonders hartnäckig war, wenn auch jene Tage mit einbezogen werden, an denen der Hochnebel nur rund die Hälfte der Sonnenstunden in Luzern schluckte – er sich also vermutlich um die Mittagszeit aufgelöst hat. So viele solche Tage wie die letzten vier Monate gab es vor dieser Saison seit 1981 erst fünf Mal. Der Einfachheit halber bleiben wir bei jenem Hochnebel, der den ganzen Tag trübt. Solche Tage gab es diese Saison insbesondere im November. Mit neun Hochnebeltagen waren es rund doppelt so viele, wie es sonst im Durchschnitt sind. Auch im Dezember waren es mit acht Tagen noch immer fast zwei Tage mehr als in einem durchschnittlichen Dezember. Für alle, die unter dem Hochnebel leiden, gibt es allerdings auch eine gute Nachricht: Über die Jahre hinweg ist die Anzahl Hochnebeltage in der Tendenz rückläufig. Zwar nur sehr leicht, aber immerhin.Wieso es immer weniger Nebel und Hochnebel gibt, ist nicht vollends geklärt. Gemäss Meteo Schweiz werden mehrere Aspekte als Ursache vermutet. Der Haupttreiber für den Nebel sind die Wetterlagen, welche die wichtigsten Voraussetzungen schaffen, damit sich Nebel bildet. «Wie weit die fortschreitende Erwärmung der Atmosphäre Einfluss auf die Häufigkeit nebelrelevanter Wetterlagen nimmt, ist noch nicht genügend untersucht»,Zusätzlich gehen die Fachleute davon aus, dass die generelle Verbesserung der Luftqualität zu weniger Nebel führt. Und auch die Trockenlegung von Böden, wenn man diese mit Strassen und Gebäuden überbaut, soll mitverantwortlich für den Rückgang des Nebels sein. Die Ausweitung der Siedlungsgebiete trockne entsprechend nicht nur den Boden, sondern auch die Luft aus, was die Bedingungen für den Nebel erschwere, so Meteo Schweiz
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