Ein Satire-Stelleninserat für den freien Sitz im Bundesrat sorgt für Diskussionen. Markus Ritter ist der einzige offizielle Kandidat.
Bild: Urs Flüeler / KEYSTONE Satire erkennen fällt nicht allen leicht. «Ist das echt wahr?», fragt ein Nutzer auf der Social-Media-Plattform Linkedin, als er das «Stelleninserat» für den freien Sitz im Bundesrat sieht. Auch Mitte -Präsident Gerhard Pfister kommentiert das Inserat. «Danke für die Unterstützung.
Werde gerne in der Findungskommission auch dieses Anforderungsprofil mit den Kandidierenden diskutieren», schreibt er auf X, um zur Sicherheit noch einen Hashtag nachzuschieben: «#ironieoff». Unter «Aufgaben» heisst es im Inserat nebst der «klaglosen Teilnahme» an den Bundesratssitzungen: «Begründen zusätzlicher Millionen für langjährige Beschaffungsprojekte, die aus dem Ruder laufen.» Und erwartet werde «Gmögigkeit»: «Reden über Wetter und Jassen in allen Landesprachen, Interesse an Apéros schon am späteren Vormittag.» Des Weiteren: «Bekenntnis zum Kollegialitätsprinzip (optional)». Nicht alle fanden das lustig. Die Aargauer Mitte-Politikerin Esther Egger-Wyss kommentierte auf Facebook: «Geschmacklos und eine Frechheit der Redaktion!» Da sei «viel Wahres mit einer wunderbaren Prise Humor» drin, kommentiert der Luzerner Politexperte Armin Camenzind (FDP) auf Linkedin und bekommt dafür fast 1000 Likes. In den Kommentaren wird es dann unironisch: «Die Mitte-Frauen haben es geschafft, ihren fähigsten und kompetentesten (und jawohl: auch ‹eckigen›) Kandidaten rauszumobben», schrieb ein Nutzer., in dem die Hintergründe vom Verzicht Gerhard Pfisters auf eine Bundesratskandidatur recherchiert wurden. Innerhalb der Partei sorgt ein Konflikt mit Generalsekretärin Gianna Luzio für Spannungen. Einige Frauen aus der Mitte hätten sich für eine extern geführte Untersuchung der Vorfälle eingesetzt, heisst es in dem Artikel. Das Parteipräsidium habe ihrer Meinung nach nicht ausreichend gehandelt. Die Mitte-Frauen hätten sogar ein Anwaltsbüro eingeschaltet, ohne die Parteileitung zu informieren. Nationalrat und Bauernpräsident Markus Ritter ist aber nach wie vor der einzige zumindest halboffizielle Kandidat für das Bundesratsamt. Er hat sein Interesse jeden Tag deutlicher geäussert. Die Mitte des Kantons St. Gallen gibt seine Kandidatur am Dienstag an einer Medienkonferenz bekannt. Deutliches Interesse signalisiert auch der Walliser Staatsrat Christophe Darbellay, der von 2003 bis 2015 Nationalrat war und von 2006 bis 2016 die CVP Schweiz präsidierte. Nationalrat Philipp Kutter überlegt sich eine Kandidatur ebenso, sollte er zur Überzeugung kommen, das Bundesratsamt sei im Rollstuhl machbar. Gemäss «SonntagsBlick» befinden sich zudem diverse Regierungsräte in Lauerstellung: Martin Pfister (ZG), Marcus Caduff (GR) und Lukas Engelberger (BS). Im Zentrum für eine Frauenkandidatur steht Ständerätin Andrea Gmür-Schönenberger. «Ich überlege mir eine Kandidatur derzeit», sagte sie gegenüber CH Media. Den Entscheid werde sie spätestens am Morgen des 3. Februar kommunizieren. «Ich bin es gewohnt, fast 365 Tage im Jahr zu arbeiten» – Bauernpräsident Markus Ritter sagt, warum ihn das VBS reizen würde «Das ärgert mich»: ÖV-Strategiechef redet erstmals über Schwarzfahrer-Verluste – und verspricht weiterhin Bargeld-Tickets Postauto-Mann Marco Lüthi lenkt die Branche in die digitale Zukunft. Im Interview spricht er über Abo-Erfolge, den künftigen Umgang mit Bargeld – und über renitente Fahrgäste ohne Billett. Copyright © Luzerner Zeitung. Alle Rechte vorbehalten. Eine Weiterverarbeitung, Wiederveröffentlichung oder dauerhafte Speicherung zu gewerblichen oder anderen Zwecken ohne vorherige ausdrückliche Erlaubnis von Luzerner Zeitung ist nicht gestattet
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