APP Proteste Bangladesh
Darum geht es: Seit Tagen gehen Studierende in Bangladesch auf die Strasse, weil sie ihre Zukunft in Gefahr sehen. Auslöser ist eine Quotenregelung, die sie bei der Vergabe von Regierungsjobs benachteiligt. Sie sieht vor, mehr als die Hälfte der Stellen im Öffentlichen Dienst für bestimmte Gruppen zu reservieren – etwa für Nachkommen von Soldaten, die 1971 für die Unabhängigkeit des Landes kämpften, für Frauen sowie Menschen aus armen Gegenden.
Verletzte und Tote: Seit dem Beginn der Gewalt am Dienstag seien mehr als 100 Menschen bei den Protesten gestorben – allein am Freitag mindestens 56, berichtete BBC Bangla unter anderem unter Berufung auf die Tageszeitungen «Prothom Alo» und «The Daily Star». Aktuelle Berichte dieser und anderer örtlicher Medien waren am Samstag online nicht abrufbar. Die Regierung hatte Internet-, Telefon- und SMS-Verbindungen weitgehend gekappt.
Kundgebungen sind verboten: In der Hauptstadt Dhaka wurden am Freitag jegliche Kundgebungen bis auf Weiteres verboten, wie «Prothom Alo» unter Berufung auf die Polizei berichtete. Trotzdem fanden teils Proteste statt. Die Polizei setzte unter anderem Schallgranaten, Tränengas- und Gummigeschosse ein, sagte ein Reporter der Deutschen Presse-Agentur vor Ort. Protestierende hätten unter anderem Fahrzeuge, Geschäfte und Büros in Brand gesetzt.
01:03 Video Tote und Verletzte bei Stundentenprotesten in Bangladesch Aus News-Clip vom 18.07.2024. abspielen. Laufzeit 1 Minute 3 Sekunden. Gespräch mit Regierung: Am Freitag um Mitternacht hätten sich Studentenvertreter mit Vertretern der Regierung getroffen, hiess es. Informationen zu Ergebnissen der Gespräche habe es aber nicht gegeben, berichtete BBC Bangla. Am Samstag seien auf den Strassen vorwiegend Militärangehörige unterwegs gewesen.
Das kritisierte System: Das Quotensystem begünstigt Beobachtern zufolge Anhänger der langjährigen Premierministerin Sheikh Hasina und ihrer Awami-Liga. Ihr wird vorgeworfen, staatliche Institutionen zu missbrauchen, um ihre Macht zu festigen. Die Regierung wiederum beschuldigt einen Teil der oppositionellen Bangladesh Nationalist Party, die Gewalt bei den Protesten anzuheizen. Am Freitagmittag nahm die Polizei den wichtigen Oppositionspolitiker Ruhul Kabir Rizvi fest.
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