Genutzte Freiheit
Am 10. Februar gab Roche bekannt, dass «ein Mitglied einer stimmrechtsverbunden Aktionärsgruppe» 2,7 Millionen Inhaberaktien verkauft habe. Recherchen ergaben: Verkauft hat Maja Hoffmann, Schwester von Roche-Vizepräsident André Hoffmann.
Über 800 Millionen Franken fliessen ihr zu, Geld, das die Kunstmäzenin offenbar für private Kunstprojekte einsetzen will. Die Familie kann es gelassen nehmen. Durch die Transaktion sinkt der Anteil zwar um rund 2,5 Prozentpunkte, bleibt aber mit 72,6 Prozent in sicheren Höhen.
Fundamental geändert hat sich die Ausgangslage am 4. November 2021. Damals kündigte Roche den Rückkauf der Beteiligung von Novartis an Roche an. Rund ein Drittel aller Inhaberpapiere hatte der Lokalrivale besessen. Roche vernichtete die gekauften Aktien und reduzierte damit die Gesamtzahl der Papiere drastisch. Präsident Christoph Franz verkündete froh, die Transaktion habe Roche wieder «volle strategische Flexibilität» gegeben.
Effekt war aber auch ein gewaltiger Sprung der Stimmkraft des Familienpools, und zwar «ohne dass er einen Rappen investieren muss», wie Aktionärsvertreter Ethos damals schrieb, der an der ausserordentlichen Generalversammlung vom 26. November 2021 gegen die Vernichtung der Stimmrechtsaktien stimmte – erfolglos natürlich angesichts der Stimmkraft der Familie. Ethos war der Ansicht, dass Roche die Aktien wieder in den Markt hätte bringen sollen.
Roche betont, die damalige Transaktion sei in keiner Weise auf Anstoss der Familie erfolgt und deren Vertreter im Roche-VR seien in der Sache ordnungsgemäss in den Ausstand getreten. Doch den Effekt des Ganzen dürften sie mit Freude zur Kenntnis genommen haben. Eine vielköpfige Gruppe von Individuen zusammenzuhalten, ist nicht einfach. Die Möglichkeit, aus dem Pool auszusteigen, gilt bei Familiengesellschaften als zentral für die Erhaltung der Harmonie.
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