Eine neue Studie aus Dänemark zeigt, dass Cannabis-Konsum im Erwachsenenalter nicht mit einem IQ-Verlust verbunden ist und sogar den Verlust verlangsamen kann.
In der breiten Masse wird der Konsum von Cannabis noch immer mit geistigem Verfall in Verbindung gebracht. Dies ist eines der hartnäckigsten Vorurteile, welches sich bis heute hält und aus den Köpfen der Legalisierungsgegner nur sehr schwierig eliminiert werden kann. Es gab in den vergangenen Jahren mehrere Studie n, die am Ende keinen statistisch signifikanten Zusammenhang zwischen Cannabis konsum als Erwachsener und einem Verlust von Punkten im Intelligenztest herstellen konnten.
Nun gibt es eine neue Studie aus Dänemark, die für Aufsehen sorgt. Diese Studie konnte nicht nur keinen IQ-Verlust bei Cannabiskonsum feststellen, sondern konnte zeigen, dass dieser sogar geringer ist als bei der nicht konsumierenden Bevölkerung. Die Studie umfasste 5162 Männer aus Dänemark, die im Zuge der Einberufung zum Militärdienst auch einen IQ-Test absolvieren mussten. Die Daten der damaligen Untersuchung aus den 1970er und 1980er Jahren lagern heute noch in Militärarchiven, sodass diese jetzt als Vergleichswert dienen können, um zu untersuchen, wie sich verschiedene Lebensumstände auf die kognitive Leistung auswirken können. Zwischen 2015 und 2022 erfolgte die Folgeuntersuchung, bei der auch insbesondere der Cannabiskonsum, aber auch der Konsum anderer Drogen erfasst und ein erneuter IQ-Test durchgeführt wurde, um Rückschlüsse auf kognitive Veränderungen ziehen zu können. Bei der ersten Untersuchung waren die Teilnehmer zwischen 18 und 26 Jahren alt. Bei der Nachuntersuchung schwankte das Alter zwischen 55 und 72 Jahren. 39,3 % der Teilnehmer gaben bei der Nachuntersuchung an, jemals in ihrem Leben Cannabis konsumiert zu haben. Um eine aussagekräftige Bemessungsgrundlage für die Folgen von langfristigem Cannabiskonsum zu erhalten, wurden die Teilnehmer, die Cannabis konsumiert hatten, in drei Gruppen eingeteilt. Es gab die Gruppe mit sporadischem und unregelmäßigem Konsum, sowie zwei weitere Gruppen, die angaben, entweder weniger als 10 Jahre regelmäßig konsumiert zu haben oder länger als 10 Jahre. Als regelmäßiger Konsum wurde in diesem Fragebogen ein mindestens zweimal wöchentlicher Konsum gewertet. Auch das Einstiegsalter der Konsumenten wurde erhoben, um Aufschluss darüber zu erhalten, ob sich ein Konsumbeginn vor dem 18. Lebensjahr statistisch auswirkt. Zusätzlich wurden auch andere Lebensgewohnheiten, wie jahrelanges Rauschtrinken, der Konsum anderer Drogen und das Rauchen von Tabak, erfasst. Dies dient der Bereinigung der statistischen Probe, um ein möglichst unverfälschtes Resultat über die Auswirkungen von Cannabis allein zu erhalten. Sowohl bei der Einberufung als auch bei der Nachuntersuchung wurden die IQ-Punkte mittels eines BPP-Tests durchgeführt. Diese Abkürzung steht für Børge Priens Prøve und stellt in Dänemark seit den 1950er Jahren einen standardisierten Intelligenztest für die Wehrdiensteignung dar. Der Test besteht aus 78 Fragen und umfasst das verbale Verständnis, Zahlenreihen sowie das räumliche Vorstellungsvermögen mittels geometrischer Figuren. Für den Test haben die Teilnehmer 45 Minuten Zeit. Bei allen Studienteilnehmern zeigte sich bei der Folgeuntersuchung ein Verlust an IQ-Punkten. Doch mit dem Ergebnis, dass Cannabiskonsum auf die kognitiven Fähigkeiten zeigte, hätten Verbotsideologen vermutlich nicht gerechnet. Es stellte sich heraus, dass Cannabiskonsumenten weniger IQ-Punkte verloren hatten als Nichtkonsumenten. Während Nichtkonsumenten im Durchschnitt 6,82 IQ-Punkte im Laufe ihres Lebens verloren hatten, lag der durchschnittliche Verlust von IQ-Punkten bei Cannabiskonsumenten lediglich bei 5,29. Besonders erstaunlich an dieser Stelle ist, dass auch die Gruppe, die angab, vor dem 18. Lebensjahr mit dem Konsum begonnen zu haben, keinen auffälligen Verlust an IQ-Punkten erlitt. Der durchschnittliche Verlust betrug in dieser Gruppe 5,8 Punkte. Zwar sollten Minderjährige natürlich kein Cannabis konsumieren, da die Gehirnentwicklung nicht abgeschlossen ist, aber dennoch zeigt dieses Resultat, dass die Folgeschäden geringer sind, als häufig angenommen wird. Minderjährige sollten allerdings auch keinen Alkoholmissbrauch betreiben, da dieser ebenfalls das Gehirn schädigt. Der einzige vernünftige Jugendschutz kann nur so aussehen, dass Cannabis in Fachgeschäften an Volljährige abgegeben wird. Auch jahrelanger regelmäßiger Konsum im Erwachsenenalter führte in dieser Untersuchung zu keinem auffälligen Rückgang der kognitiven Fähigkeiten. Die durchschnittliche Dauer des regelmäßigen Konsums betrug 3,4 Jahre. Diese Gruppe hatte bei diesem Test durchschnittlich 4,5 IQ-Punkte verloren. Diese Ergebnisse zeigen einmal mehr, dass Cannabis weitaus weniger gefährlich für die geistige Gesundheit ist, als häufig angenommen wird.
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