Der Zuger Regierungsrat Martin Pfister hat sich als letzter Kandidat für den Bundesrat bereit erklärt. Pfister tritt gegen den einflussreichen Nationalrat Markus Ritter an und betont seine Erfahrung als Exekutivpolitiker. Pfister warnt vor einem rechtsbürgerlichen Block im Bundesrat und betont die Bedeutung eines «contrat social» für die Schweiz.
Am Donnerstag präsentierte sich der Zuger Mitte-Regierungsrat Martin Pfister den Medien, nachdem er kurz vor Ablauf der parteiinternen Meldefrist seine Kandidatur für den Bundesrat bekannt gegeben hatte. Pfister, der national wenig bekannt ist, betonte seine Erfahrung als kantonaler Exekutivpolitiker und stellte den Kontrast zu seinem Konkurrenten, dem einflussreichen Nationalrat und Bauernverbandspräsidenten Markus Ritter (SG), dar.
Pfisters Kandidatur kam im letzten Moment und sein Name ist national wenig bekannt. Der 61-jährige Regierungsrat ist in den letzten Tagen medial als «grosser Unbekannter» dargestellt worden. Das sei nicht falsch: «Ich bin gross gewachsen und in der Regel nicht zu übersehen, aber über die Kantonsgrenzen hinaus kennen mich tatsächlich wenige.» Pfister steht vor der Aufgabe, in den nächsten 37 Tagen die Medien und die Bundesversammlung von sich zu überzeugen. Pfisters Unbekanntheit in Bundesbern ist einerseits seine grösste Schwäche im Vergleich zu Markus Ritter, andererseits aber auch seine grösste Chance: Pfister kann am Bild, das in den nächsten Wochen von ihm entstehen wird, kräftig mitzeichnen und dabei die Differenzen zu Ritter hervorheben. Das tat Pfister am Donnerstag in mehrfacher Hinsicht. Auf Deutsch gelang ihm dies trotz einer gewissen Anspannung weitgehend souverän. Auf Französisch hingegen geriet er bei spontanen Antworten anfänglich ins Stocken und musste teilweise lange nach den richtigen Worten suchen. Im Verlauf des Auftritts fing er sich jedoch. Pfisters Glück: Auch Markus Ritter patzte seit der Ankündigung seiner Kandidatur bei Auftritten auf Französisch mehr als einmal.Pfister betonte seine Erfahrung als kantonaler Exekutivpolitiker, etwas, das Ritter nicht vorweisen kann. Er liebe das Gestalten, könne Verantwortung tragen und Führungsarbeit leisten, sagte Pfister: «Ich verstehe die Exekutivpolitik als unaufgeregtes und weitgehend rationales Handwerk.» In einer Kollegialregierung müsse man «belastbare, mehrheitsfähige und rasche Entscheide» fällen. Eine Regierung «müsse integrierend sein und die Meinungen aller Mitglieder ernst nehmen», sagte Pfister bei einer Frage nach dem im Bundesrat dominierenden Viererblock aus FDP und SVP. Gerade auf der linken Seite ist die Befürchtung gross, dass dieser rechtsbürgerliche Viererblock mit einer Wahl von Markus Ritter zu einem Fünferblock anwächst. Pfister sprach sich auch für die neuen Abkommen mit der EU aus. Sein Konkurrent Ritter blinkt in diesem Dossier deutlich stärker in Richtung SVP. Während Ritters Heimat St. Gallen im Falle seiner Wahl gleich doppelt in der Landesregierung vertreten wäre, wartet die Zentralschweiz seit dem Rücktritt von Kaspar Villiger (FDP) vor 22 Jahren auf einen eigenen Bundesrat. Pfister erwähnte mehrfach seine Herkunft und betonte dabei in Abgrenzung zu Bauernverbandspräsident Ritter den «urban geprägten Charakter» seines Heimatkantons Zug. Er sei ein Kandidat der Stadt, beantwortete er eine entsprechende Frage mit Verweis auf die knapp 27’000 Einwohner seines Wohnorts Baar. Um nachzuschieben, dass er selber im dörflichen Ortsteil Allenwinden mit etwas mehr als tausend Seelen lebe. Unabhängig davon, wie gross die Kontraste zwischen Pfister und Ritter sein mögen: Der Sieger dieses Duells wird wohl das Verteidigungsdepartement VBS übernehmen
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