Marina Weisband: «Die Demokratie muss sich verbessern»

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Warum die Schule entscheidend ist für eine Offensive der Demokratie. Ein Gespräch mit Marina Weisband, Psychologin und Publizistin.

Die Psychologin und Publizistin Marina Weisband plädiert für eine Demokratie­offensive an Schulen. Ein Gespräch über die politische Kultur – und darüber, was sich den Krisen der Gegenwart entgegensetzen lässt.

Hier ist, wie ich in Deutschland Demokratie gelernt habe: in der 8. Klasse, per Organi­gramm. Bundestag, Bundesrat, Bundespräsident und so weiter. Das hatte so gar nichts mit meinem Leben zu tun. Es war ein rein theoretisches Konstrukt, irgendwo da oben. Demokratie beginnt für mich nicht bei diesem Organi­gramm. Sondern mit einem Selbst­verständnis, dass ich verantwortlich bin für meine Gesellschaft. Dass ich nicht Konsumentin bin, sondern Gestalterin.

Aber ist es nicht so, dass sich meist die Idee durchsetzt, die von den Coolsten, den Beliebtesten, den Rede­gewandtesten kommt? Und wenn diejenigen, die ohnehin schon Aussen­seiter sind, mit ihren Initiativen scheitern, was wird dann aus deren Motivation für das demokratische Prinzip? Das kann frustrieren. Es ist aber ein völlig anderer Frust, als wenn man von oben von der Schul­leitung abgeschmettert wird. Denn ich werde zumindest die Erfahrung machen, dass, wenn ich verloren habe, ja ein Mitschüler gewonnen hat., um das Konzept auch an Schweizer Schulen zu bringen. Und dort ist es ja übrigens viel ähnlicher zu dem, wie auch das politische Ganze funktioniert.

Nun hat die gegenwärtige Zunahme von Extremismus und Demokratie­feindlichkeit auch viel mit Sündenbock­narrativen zu tun. Offenbar haben diese Narrative für manche Menschen, die eigentlich alle Partizipations­möglichkeiten besitzen, eine psychologische Entlastungs­funktion. Sündenböcke auszurufen, scheint manchen attraktiver und bequemer, als sich dem mühsamen Prozess der Demokratie zu widmen.

Sie haben schon die weltpolitische Lage angesprochen. Seit dem Nahost­krieg scheint die öffentliche Debatte in manchen Fragen noch schwieriger geworden. Unabhängig davon, wie man zu bestimmten Konflikt­fragen steht, lässt sich beobachten, dass sich vielerorts die Fronten im Diskurs verhärten. Es kommt zu Boykott­aufrufen, Veranstaltungen werden abgesagt, eingeladene Gäste wieder ausgeladen. Die Toleranz für abweichende Positionen scheint zu schwinden.

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