Die Debatte um den Deppenapostroph, der seit Jahrzehnten in deutschen Eigennamen verwendet wird, sorgt für Aufruhr. Während einige ihn als sprachliche Entgleisung betrachten, sehen andere darin eine individuelle Note und gesellschaftlichen Konsens.
Grosse Verwirrung um den Deppenapostroph : Wer ist hier der Depp – der Sprachpurist oder die Coiffeuse?
Es gibt Bewegungen im Internet, die in der Verbreitung dieser aus dem Englischen kommenden Apostrophitis eine nahende Apokalypse vermuten und jede einzelne Verfehlung fotografisch dokumentieren. Politische Parteien und Lebensmittelhersteller riskieren bei einer falschen Apostroph-Platzierung auf Parteiplakaten und Produkten Shitstorms der Windstärke 12.
Nun wendet sich dieser Orkan gegen die Sprachpuristen selbst. Denn die harmlose Glosse, auf die es gleich mehrere nachfolgende Medienberichte gab, sagt mehr über die Ignoranz der Kulturelite aus als über die vielen Karls und Fridas, die bis zum heutigen Tag im Unglauben darüber gelassen wurden, dass ihnen die Gralshüter der deutschen Rechtschreibung schon seit Jahrzehnten die Absolution für ihren Apostroph gegeben haben.
Mit der 2024 angepassten Regelformulierung habe man dieses Anwendungsfeld nochmals spezifizieren wollen, wie die Geschäftsstelle des Rats für deutsche Rechtschreibung auf Anfrage erklärt. Ein Verbot des Genitiv-s habe es einzig zwischen den Jahren 1901 bis 1996 gegeben. Und selbst in dieser Phase setzte sich ein Literat vom Format Thomas Mann über dieses Verbot hinweg – weil ihm der Apostroph gefiel, nicht, weil er ständig amerikanische Netflix-Serien schaute.
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