Ein neues Buch beleuchtet die einzigartige Welt der Kreiselkunst in der Schweiz. Es beleuchtet die Herausforderungen, die die Kunstrichtung durch die Verkehrssicherheit bedingt, und zeigt, wie Künstler diesen Spagat zwischen Aufmerksamkeit und Unbeachtetsein meistern.
Golfende Wildschweine, lächelnde Frösche und sogar ein Kothaufen: Wie die Kreiselkunst ihr Dilemma löst. Wer ein Kunstwerk schafft, will damit interessieren. Genau das aber dürfen Kreiselskulpturen nicht, weil sie sonst den Verkehr gefährden. Wie geht die Schweiz er Kreiselkunst mit dieser Herausforderung um? Ein neues Buch verschafft Überblick. Die Währung unserer Gegenwart ist Aufmerksamkeit. Was Kunst im Kreisverkehr zum vermutlich schwierigsten Genre macht.
Schliesslich ist ein Kreisel weder Piazza noch Flaniermeile, sondern eine technische Lösung, um die Verkehrssicherheit zu erhöhen. Zu dieser Sicherheit kann ein Kunstwerk in der Kreiselmitte zwar tatsächlich beitragen, indem es den Blick der Verkehrsteilnehmenden teilweise versperrt. Dadurch würden Fahrzeuglenker weniger übermütig, schreibt die Beratungsstelle für Unfallverhütung (BFU) in einem Aber das funktioniert natürlich nur, wenn das Objekt, das die Sicht durchbricht, eben nicht die Aufmerksamkeit einer Autofahrerin oder eines Autofahrers schrill einfordert. Mehr als ein knapper Augenblick Betrachtung sollte kaum drinliegen. Das zwingt Kreiselkunst zu einem eigentümlichen Spagat zwischen Knackigkeit und Zurückhaltung. Feine Details lohnen sich nicht; Spektakel wie bewegliche oder leuchtende Teile verbieten die meisten kantonalen Richtlinien. Gleichzeitig dürfte keine Kunst öfter angeschaut werden als gewisse dieser Skulpturen an viel befahrenen Knotenpunkten. Darin liegt das Dilemma der Kreiselkunst: Sie ist maximal ausgestellt und damit sichtbar, soll aber möglichst unbeachtet und damit unsichtbar bleiben. Seit den späten 1980ern, als in der Schweiz der Kreiselbau zu boomen begann, stellen Gemeinden Kunstwerke in ihre Kreisel. Laufend werden es mehr. Verwunderlich also, dass es so lange gedauert hat, bis jemand auf die Idee gekommen ist, die hiesige Kreiselkunst in Buchform zu bündeln. Getan hat das nun der Langnauer Autor und Herausgeber Hanspeter Buholze
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