In der Nähe von Grindavík im Südwesten Islands ist am Samstagabend bereits zum vierten Mal innert vier Monaten ein Vulkan ausgebrochen. Ein Ende der Eruptionen ist nach Ansicht von Experten nicht in Sicht.
Als es vor drei Jahren losging, hatten alle noch viel Freude. Im Gebirgszug Fagradalsfjall sprudelte im März 2021 plötzlich die Lava aus einer Spalte. Der Vulkan zog Schaulustige aus dem In- und Ausland an.
Es gab über Monate immer wieder Erdbeben und der Boden begann sich zu bewegen. Teile des Dorfes sackten ab, andere stiegen. Am 10. November 2023 kam es zu massiven Erdbeben. «Das war ein schrecklicher Tag», erinnert sich Stefán Jónsson. Er ist Fischer und hatte nach dem Beben zwei Tage lang das Gefühl, keinen sicheren Boden mehr unter den Füssen zu haben.
Die Erklärung: In rund vier bis fünf Kilometern Tiefe unter der Region von Grindavík befindet sich eine Magmakammer, die aus dem Erdinnern mit frischer Magma gespiesen wird. Durch den wachsenden Druck steigt das Magma nach oben in die Erdkruste. Am 10. November hat sich dann ein Riss schlagartig ausgeweitet. Er ist rund 15 Kilometer lang und verläuft quer durch Grindavík.
01:02 Video Archiv: Erneuter Vulkanausbruch auf Island – Lava erreicht Grindavík Aus Tagesschau vom 14.01.2024. abspielen. Laufzeit 1 Minute 2 Sekunden. Das Problem: «Solche Ereignisse wie jetzt werden sich in den nächsten drei bis vierhundert Jahren ständig wiederholen», sagt Thorvaldur Thordarson, Vulkanologie-Professor der isländischen Universität.
Direkt über der Magmakammer in der Tiefe liegt das wichtige Thermalkraftwerk Svartsengi. Gleich daneben befindet sich das Thermalbad «Blaue Lagune», einer der umsatzstärksten Touristenmagnete des Landes. Langfristige Massnahmen in PlanungNach Beginn der neuesten Ausbruchsserie ist dieses Bewusstsein auch bei anderen angekommen. Bei der Wetterbehörde sei man daran, für die Zukunft zu planen, versichert Matthew Roberts. Zum Beispiel wird ausgearbeitet, wo man vielleicht einen neuen internationalen Flughafen bauen will, wo neue Strassen und Stromleitungen, um sicherzustellen, dass sie geschützt sind.
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