Eine Ausstellung bringt neues Licht in die Bewunderung der Schweiz für den italienischen Diktator und Massenmörder.
Am 9. Mai 1936 betrat Benito Mussolini den Balkon des Palazzo Venezia in Rom. Der Duce verkündete, die Offensive gegen Äthiopien sei beendet und das antike Römische Reich wiederhergestellt. Italien herrschte zu diesem Zeitpunkt über Äthiopien, Eritrea, Libyen, Teile der Ägäis und Gebiete an der somalischen Küste.
«Doktor Mussolini – eine heikle Vergangenheit» ist der Titel einer Ausstellung, die letzte Woche an der Universität Lausanne eröffnet wurde. Eine Frage steht im Zentrum: Wie konnte die Uni einem Faschisten, Massenmörder und Mitverantwortlichen des Zweiten Weltkriegs den Ehrendoktortitel verleihen? Auch Henri Guisan begeistert Einflussreich war gemäss Perrenoud auch der spätere General Henri Guisan, der nach seiner Rückkehr 1935 aus Italien einen Bericht voller Bewunderung für Mussolini verfasste. Er befand, noch mehr als der italienischen Armee sei es dem «Genie des Duce» geschuldet, dass man Lust auf Italien bekomme.
Mussolini wiederum beklagte sich in Rom bei Schweizer Diplomaten über unliebsame Presse, worauf der Bundesrat Zensurmassnahmen ergriff. Der Diktator schickte aber auch Geschenke: 1000 Franken für die Universität Lausanne zu ihrem 400. Geburtstag. Perrenoud spricht von einem doppelten Spiel aller Beteiligten, das Mussolini sehr effizient zur Durchsetzung seiner Interessen betrieben habe.
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