Salman Rushdies Roman 'Knife' erzählt die Geschichte des Attentats, das er knapp überlebt hat. Der Roman thematisiert Fanatismus und Widerstand und zeigt die Kraft der Sprache als Waffe gegen Gewalt und Diktatur.
Auch Sprache ist ein Messer: Schriftsteller Salman Rushdie . Ich gestehe: Dieses Jahr war ich als Literaturkritiker auf einem Auge blind. Ich habe jene Bücher meist übersehen, die nur ein paar unbeschwerte Stunden versprechen, als gäbe es keine Kriege und Krisen, die auch unseren Alltag immer mehr bestimmen. Ich weiss, eigentlich muss die Literatur nur gut unterhalten.
Und doch greife ich lieber zu Autorinnen und Autoren, die mich nicht völlig alleinlassen mit meiner Ohnmacht in dieser sehr unfriedlichen Zeit. Mich zieht es zu den Unerschrockenen, die etwas wagen und dafür oft einen hohen Preis zahlen. Vor einem Monat verhaftete das Regime in Algier den 75-jährigen algerisch-französischen Schriftsteller und Friedenspreisträger Boualem Sansal, weil er sich offenbar zu kritisch mit seinem Land auseinandergesetzt hat. Einer, der sich für seine Befreiung einsetzt, ist Salman Rushdie, der den Roman des Jahres geschrieben hat. In Knife schildert er das Attentat, das er am 12. August 2022 knapp überlebt hat. Bei der Messerattacke verlor er ein Auge. Der Attentäter, der sich nach seiner Verhaftung als Verehrer Ajatollah Khomeinis ausgab, handelte buchstäblich blindwütig: Er hatte kaum etwas von Rushdie gelesen. Nach ein paar Youtube-Filmchen stand für ihn fest, dass der gottlose Schriftsteller in der Hölle schmoren soll. Wir erfahren in dem Buch viel über Fanatismus und Widerstand. Rushdie schreibt: Auch Sprache ist ein Messer. Sie kann die Welt aufschneiden und ihre Bedeutung zeigen, ihre inneren Mechanismen, ihre Geheimnisse, ihre Wahrheit. Sie könne Augen öffnen, Schönheit schaffen, Bullshit entlarven. Wie für Salman Rushdie ist die Sprache auch für andere Kolleginnen und Kollegen wie Han Kang oder Richard Powers eine Möglichkeit, sich gegen Gewalt, Diktatur und anderen Wahnsinn dieser Welt zu wehren
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