Das Europaparlament will zum Schutz von Menschenleben einen besseren Umgang mit Antibiotika erreichen. Die Abgeordneten legten am Mittwoch in Brüssel ihre Position zu einer umfassenden Reform der EU-Pharma-Gesetzgebung fest, wie das Parlament mitteilte. Ziel ist unter anderem, die Entwicklung neuer Präparate anzukurbeln.
Jerzy Górecki«Diese Überarbeitung ebnet den Weg zur Bewältigung kritischer Herausforderungen wie Arzneimittelknappheit und Antibiotikaresistenz», sagte der SPD-Abgeordnete Tiemo Wölken, der das Vorhaben aufseiten des Parlaments mitverhandelt.
Sein CDU-Amtskollege Peter Liese bezeichnete es als Skandal, dass 35’000 Menschen jährlich – Tendenz steigend – in der Europäischen Union sterben, weil Antibiotika ihre Wirkung verlören. So solle künftig besser begründet werden müssen, wenn ein Arzt oder eine Ärztin Antibiotika verschreiben will. Antibiotikaresistenzen stellen die drittgrösste Gefahr für die öffentliche Gesundheit dar – nach Erregern mit hohem Pandemiepotenzial sowie chemischen, biologischen oder nuklearen Bedrohungen. Gerade in Krankenhäusern zirkulieren oft Bakterien, gegen die kaum ein Antibiotikum mehr wirkt.
Von Antibiotikaresistenz sprechen Experten, wenn Patienten auf ein Antibiotikum nicht reagieren, das heisst, wenn die krank machenden Bakterien durch das Antibiotikum nicht vernichtet werden können. Die Abgeordneten wollen die Entwicklung bahnbrechender Antibiotika deswegen attraktiver machen. Das Vorhaben geht auf einen Vorschlag der EU-Kommission zurück und muss noch mit den EU-Staaten final ausgehandelt werden. Die Verhandlungen dazu werden erst nach der Europawahl am 9. Juni beginnen.
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