Welchen Weg gehen Teenager im Kanton Bern, die ihr Geschlecht angleichen lassen wollen? Eine Spurensuche.
Raphaël Guillet bietet bei Checkpoint Bern Beratungen an für trans und nonbinäre Menschen.Ein 11-jähriges Kind fühlt sich seit Jahren als Junge statt als Mädchen, benutzt bereits einen männlichen Vornamen und geht in der Schule auf das Buben-WC. Nun beginnt die Pubertät, die Brüste wachsen – und das Kind leidet.
Eine erste Station könnte im Monbijou-Quarter sein, in einem unscheinbaren gelben Haus. Hier, in den Räumen der Beratungsstelle Checkpoint, wartet Raphaël Guillet – der Sozialpädagoge bietet eine der wenigen Beratungen im Kanton für trans Kinder und Jugendliche sowie deren Eltern an. Hormone, Operationen und Pubertätsblocker sind oft ein grosses Thema in seinen Beratungen – viele Kinder und Jugendliche haben Angst davor. Guillet versucht in diesen Fällen, Druck wegzunehmen. «Setze dich zuerst mit deiner Geschlechtsidentität auseinander», sagt er. «Erst dann besprechen wir, wie du dein Leben mit dieser Identität gestalten möchtest.»
Die Tavistock-Klinik in Grossbritannien musste weitreichende Kritik einstecken, dass sie zu schnell Pubertätsblocker verschrieben habe.Eine Entwicklung, die anderen wiederum Sorgen bereitet.
Hochrelevant sind etwa psychische Erkrankungen wie akute Psychosen, wenn der Bezug zur Realität beeinträchtigt ist. «Oder zum Beispiel schwere Persönlichkeitsstörungen», sagt Kaess, «wenn wir den Verdacht haben, dass die Identität eines Teenagers sehr instabil und der Transitionswunsch nur eine Facette davon ist.»
Mindestens sechs bis zwölf Monate dauert diese Phase. Mit einigen wenigen Ausnahmen erhalten die Jugendlichen erst mit 16 Jahren Gegengeschlechtshormone, also Testosteron oder Östrogen. Erst hier fangen die eigentlich irreversiblen Folgen der Therapie an: eine tiefere Stimme, ein Adamsapfel. Bartwuchs, wachsende Brüste, schrumpfende Hoden. Mit dieser Altersgrenze hält sich das Team an internationale Guidelines.
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