Die Schweizer Basketballerinnen haben sich in Aarau nach Überwindetungen gegen Montenegro und Bosnien für die Europameisterschaft qualifiziert. Der historische Erfolg wurde erst kurz vor Mitternacht durch ein knappes Kroatien-Spiel gegen Österreich vollendet.
Die Schweiz er Basketball erinnen haben erstmals seit fast 70 Jahren die Qualifikation für eine EM-Endrunde erreicht. Die entscheidenden Spiele fanden in Aarau statt und entwickelten sich zu einer dramatischen Angelegenheit. Erst spät am Sonntagabend wurde der Sieg endlich klar, als die Schachenhalle bereits im Dunkeln lag. Die Schweiz erinnen hatten bereits am frühen Abend das letzte Qualifikation sspiel gegen Bosnien-Herzegowina klar gewonnen.
Dennoch reichte dies nicht aus, um den Traum von der Europameisterschaft wahr werden zu lassen. Lange musste man warten, bis der Jubel ausbrechen konnte. Doch die Schweizerinnen hatten alles in ihren Händen. Vor den beiden Spielen in Aarau gegen Montenegro und Bosnien wussten sie, dass sie zwei Siege benötigten, um eine Chance auf die EM-Teilnahme zu haben. Gegen Montenegro, den späteren Sieger der Gruppe H, war am vergangenen Donnerstag ein knapper 55:47-Sieg gelungen. Die Hoffnung lebte also weiter. Und auch am Sonntag lieferten die Schweizerinnen eine beeindruckende Leistung. Sie deklassierten Bosnien mit 87:39. Die beiden Resultate sind insofern überraschend, da beide Gegner in der Weltrangliste deutlich vor der Schweiz positioniert sind. Doch letztendlich reichte es nicht, um sich direkt für die EM zu qualifizieren. Es war weiterhin auf Schützenhilfe anderer Länder angewiesen. Die Spannung war greifbar, die Blicke wurden auf die anderen Spiele gerichtet. Als fast alle Partien zu Ende waren, lief es auf ein Fernduell gegen Kroatien hinaus, das daheim gegen Österreich spielte. Um die Schweiz noch abzufangen, brauchten die Kroatinnen einen Sieg mit 16 Punkten Differenz. Gegen 21 Uhr, knapp drei Stunden nach dem Ende des Schweizer Spiels, konnte im Team-Hotel der Schweizerinnen endlich gejubelt werden. Trotz klarer Halbzeitführung gewann Kroatien nur knapp. Die Österreicherinnen holten Punkt um Punkt auf und leisteten der Schweiz so die erhoffte Schützenhilfe. Das Schweizer Nationalteam qualifiziert sich somit zum ersten Mal seit 69 Jahren wieder für eine EM-Endrunde. Dank überragenden Leistungen. Und das schon vor den Spielen in Aarau. Im vergangenen November hatten sie nämlich schon mit dem Rücken zur Wand gestanden. Sie mussten ihre Spiele gewinnen, um dann in Aarau die Qualifikation zu schaffen. Auch dies war ihnen gelungen. Die Europameisterschaft findet in diesem Jahr in Tschechien, Deutschland, Italien und Griechenland statt. In welchem Land die Schweiz ihre Gruppenspiele austrägt, wird bei der Auslosung im März bekannt. Dabei werden die 16 Nationen in vier Vierer-Gruppen eingeteilt. Turnierstart ist am 18. Juni, der Final findet am 29. Juni in Griechenland statt.Im Gegensatz zu den Qualifikationsspielen im November, welche sie auswärts bestritten, hatten die Schweizerinnen die Fans in Aarau voll und ganz hinter sich. Dank den zahlreichen Zuschauerinnen und Zuschauern war die Stimmung bei beiden Spielen hervorragend. Bei jeder guten Aktion der Schweizerinnen wurde das Publikum sofort laut und feierte das Team an. Immer wieder hörte man «Hopp Schwiiz!»- oder «Defense!»-Rufe. Entsprechend lobten die Spielerinnen und der Trainer hinterher die tolle Stimmung.Apropos Spiele im letzten November: Damals war Sharline Hulliger vom BC Alte Kanti Aarau erstmals im Nationalteam dabei. Beim jetzigen Zusammenzug standen sogar noch zwei weitere Spielerinnen der Alten Kanti im Aufgebot. Loreen Burkhalter und Lara Popovic durften ebenfalls das erste Mal Nati-Luft schnuppern. Das Zuschaueraufkommen war wohl auch dank den drei «Einheimischen» höher als gewohnt. Insgesamt besuchten in der Schachenhalle über 2000 Zuschauerinnen und Zuschauer die beiden Spiele. Zum Vergleich: Bei den meisten Meisterschaftsspielen der Schweizer Liga kommen zehn Mal weniger. Für die Spielerinnen der Alten Kanti waren die entscheidenden Partien sozusagen ein doppeltes Heimspiel. Sie hatten neben Angehörigen, auch viele Klubkolleginnen im Publikum. Dies führte zu einer etwas höheren Nervosität, aber sie konnten es auch geniessen, sich auf dem Parkett mit dem Team aufzuwärmen. Als Sharline Hulliger im Spiel gegen Montenegro im ersten Viertel eingewechselt wurde, wurde es sofort lauter in der Halle und das Team wurde noch etwas energischer angefeuert. Für den Austragungsort Aarau sprach letztlich auch die zentrale Lage. Die meisten Länderspiele der Frauen und der Männer finden ansonsten in der Westschweiz statt. Das ändert sich nun vielleicht. Dank der hervorragenden Arbeit der Organisatoren und des erfreulichen Zuschaueraufkommens, könnte es in Zukunft vielleicht immer mehr Spiele in der Deutschschweiz geben. Damit Basketball auch in dieser Region an Popularität gewinnt
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