Schlag in die Magengrube: St.Galler Stadtparlament streicht Gelder für Waldeggtrail

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Das St.Galler Stadtparlament hat in seinem Dezember-Meeting einen Rückschlag für die Bikerszene verkündet: Gelder für den Unterhalt des Waldeggtrails, die wichtigste Mountainbike-Strecke in der Region, wurden gestrichen. Auch eine Koordinationsstelle, die den Ausbau des Trail-Angebots in der Stadt vorantreiben sollte, wurde gestrichen. Die Bikerszene wehrt sich mit einem Volksantrag und einer Onlinepetition gegen die Entscheidung und fordert die Rücknahme des Beschlusses.

Adrian Gerber gerade sein Mountainbike für den Frühling flott macht. Nach den Skiferien will er sich schon bald wieder in den Sattel schwingen und auf möglichst legalen Wegen durch die Umgebung flitzen. Doch das ist gar nicht so einfach. Denn im Kanton St.Gallen sind Mountainbikes nur auf öffentlichen und klassierten Wegen erlaubt, auf anderen Pfaden nicht. «Dies draussen zu erkennen, ist für Bikende kaum möglich.

» In den vergangenen Jahren hat die Zahl der Menschen, die dem Mountainbiken frönen, stark zugenommen. Das führt mancherorts zu Konflikten mit Flora und Fauna, auch manchen Fussgänger und manche Wanderin ärgert dies.Gerber kennt das Problem und sucht nach Lösungen. Er engagiert sich bei Biketrails Ostschweiz, einer Arbeitsgruppe von Swiss Cycling St.Gallen. «Das Thema liegt überall auf dem Tisch.» Kanton und Gemeinden suchen nach Auswegen, Strategien werden erarbeitet. Die Lösung scheint klar: «Etwa mit variantenreichen Trails und Bikepisten.» Diese kanalisieren gemäss Gerber die Fahrten. Aber auch mit einer Koexistenz von Fussgängern, Reitern und Bikern auf anderen Wegen.Doch legale Biketrails sind rar. Zwischen Gossau und Rorschach gibt es genau einen: den Waldeggtrail südlich der Stadt St.Gallen. Er führt über rund 3 Kilometer von der Stuelegg zum Unteren Brand und weiter nach St.Georgen hinunter. Nach zwölf Jahren Bauzeit in mehreren Etappen konnte der Trail schliesslich vergangenen Herbst eröffnet werden. Dies auch dank externer Unterstützung: Denn als die unermüdliche Fronarbeit des Vereins Funpark irgendwann nicht mehr ausreichte, griffen Stadt und Ortsbürgergemeinde vergangenes Jahr unter die Arme – und beteiligten sich mit je 100'000 Franken an Fertigstellung und Instandsetzung. «Der Waldeggtrail ist auch ein Pilot für weitere Biketrails in und um St.Gallen»,Es strich nicht nur den städtischen Beitrag von 25'000 Franken für den Unterhalt des Waldeggtrails aus dem Budget, sondern auch eine neue befristete 80-Prozent-Stelle bei der Dienststelle Sport. Diese hätte unter anderem den Mountainbike-Masterplan erarbeitet und koordiniert. Hätte, hätte, Fahrradkette.Bikerinnen und Biker wurden vom Streichkonzert überrumpelt. «Es ist mega schade», sagt Gerber. Die jahrelange Aufbauarbeit sei wieder infrage gestellt. Besonders die gestrichene Koordinationsstelle schmerzt Gerber. Zuletzt hätten Stadt, Forst- und Jagdamt, Umwelt-, Bike- und Velovereine an einem runden Tisch konstruktiv zusammengearbeitet. «Alle waren einer Meinung. Es braucht einen Ausbau des Trail-Angebots. Wir wollten miteinander auf den Weg gehen.» Die Koordinationsstelle hätte das bisher Erarbeitete weitergeführt, so Gerber.Vor allem für den Verein Funpark sei das Verdikt des Stadtparlaments ein Schlag in die Magengrube. Deren Mitglieder haben den Waldeggtrail in ihrer Freizeit gebaut. Jetzt unterhalten sie den Trail an jeweils zwei Sonntagen im Monat – ehrenamtlich. «Der Entscheid des Parlaments hinterlässt deshalb viele Fragezeichen. Ist der Wille überhaupt noch vorhanden, den Breitensport Mountainbike zu unterstützen?» Dass die politische Rückendeckung zum wiederholten Mal verwehrt werde, sei ermüdend für die Biker-Community, sagt Gerber. «Wir sind aber trotz des Rückschlags guter Dinge.» Der Veloenthusiast will den Parlamentsbeschluss nicht so stehen lassen. Biketrails Ostschweiz hat zusammen mit dem Verein Funpark und dem Veloclub St.GallenSie fordern vom Stadtparlament, auf seinen Entscheid vom Dezember zurückzukommen und die gestrichenen Budgetposten wieder aufzunehmen – trotz des budgetierten 27-Millionen-Defizits in der Stadtkasse. Nebst dem Vorstoss haben die drei InteressengruppenIn nur fünf Tagen haben über 1000 Personen die Petition unterschrieben. Die Unterschriftensammlung läuft noch bis zum 17. Februar. «Wir haben das Anliegen deponiert. Jetzt muss das Parlament reagieren», sagt Gerber.Auch für Stadtrat und Sportminister Mathias Gabathuler ist nun die Antwort des Parlaments entscheidend. Ganz grundsätzlich sei die Sportart Mountainbike sehr populär. «Der Boom ist für die Stadt mit neuen Aufgaben und Tätigkeiten verbunden.»Katrin Meier, Präsidentin der Ortsbürgergemeinde St.Gallen, Stadtrat Mathias Gabathuler und Florian Buck vom Verein Funpark-SG (von links) bei der Eröffnung des Waldeggtrails im September 2024.Für die Bikerszene sowie deren Verbände und Vereine sei das Mountainbiken eine Herzensangelegenheit, «in das sie viel Zeit investiert haben und immer noch investieren». Allein der Verein Funpark sei seit zwanzig Jahren unermüdlich im Einsatz für den Waldeggtrail und das Mountainbiken, so der Stadtrat. Der Breitensport liegt Gabathuler am Herze

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