Wie immer wieder am Bahnhof Frauenfeld zu Vorfällen kommt, wird die Sicherheit in der Stadt diskutiert. Die Kantonspolizei Thurgau hat ihre Präsenz verstärkt und die Stadt investiert in Videoüberwachung.
Rund um den Bahnhof Frauenfeld kommt es immer wieder zu Vorfällen. Die Stadt investiert deshalb dieses Jahr weiter in Videoüberwachungen, die Kantonspolizei hat ihre Präsenz verstärkt. Polizei, Handschellen – und eine aufgeregte Diskussion auf Facebook. Der Bahnhof Frauenfeld will nicht aus den Schlagzeilen kommen. Am Freitagabend war es wieder einmal so weit: Mehrere Polizeifahrzeuge und ein «Migrolino», der vorzeitig geschlossen wurde, heizten die Gerüchteküche im Internet an.
«Nur Gestörte unterwegs», ist unter einem entsprechenden Facebook-Eintrag zu lesen. Oder: «Ich fühle mich immer sehr unsicher am Bahnhof.» Dazu gesellen sich dann auch schnell die üblichen Verschwörungstheorien. So schreibt ein Nutzer: «Leider liest man nie was in den Medien. Es wird alles verschwiegen.» Tatsache ist, dass die Kantonspolizei Thurgau nicht von sich aus über diesen Einsatz informiert hat. Auf Anfrage dieser Zeitung schildert Polizeisprecherin Roxanne Gräflein den Vorfall: «Am Freitagabend wurde uns kurz vor 19 Uhr gemeldet, dass sich im ‹Migrolino› eine randalierende Person befinde. Gemäss unseren Erkenntnissen versuchte ein Mann, einen Ladendiebstahl zu begehen, wurde von Passanten daran gehindert und zurückgehalten und verhielt sich renitent.» Diese Randale habe er auch gegen die herbeigerufenen Einsatzkräfte der Polizei fortgesetzt. Sodass der Mann schliesslich in Gewahrsam genommen und inhaftiert wurde. Dass gleich drei Polizeifahrzeuge vor Ort waren, sei mehr einem Zufall geschuldet gewesen. «Zum Ereigniszeitpunkt waren weitere Einsatzkräfte der Kantonspolizei Thurgau im Rahmen von Kontrolltätigkeiten am Bahnhof unterwegs», sagt Roxanne Gräflein und erklärt weiter, weshalb die Polizei zu den Geschehnissen keine Medienmitteilung veröffentlicht hat: «Grundsätzlich erfüllen Ladendiebstähle und ähnliche niederschwellige Delikte nicht unsere Kriterien zur Veröffentlichung einer Medienmeldung.»Die Thematik der Sicherheit rund um den Bahnhof Frauenfeld ist längst über Internetforen hinausgewachsen. Sie tauchte nicht zuletzt vergangene Woche auch in der Publikumsrunde des TZ-Wahlpodiums der drei Stadtpräsidiumskandidaten auf, wurde indes nicht vertiefter diskutiert. Im vergangenen Spätherbst, mit Einsetzen der frühen Dunkelheit, verstärkte die Kantonspolizei ihre Präsenz am Bahnhof. Eine Massnahme, welche in einer Umfrage dieser Zeitung von den Befragten unisono begrüsst wurde. Insbesondere Frauen gaben zu Protokoll, dass sie sich abends und nachts nicht sicher fühlen würden. Allerdings gab es auch Stimmen von Personen, welche den Bahnhof Frauenfeld nicht als speziell unsichere Umgebung wahrnehmen.Dass Sicherheit ein sehr subjektives Gefühl ist, zeigen auch die Zahlen. Vergangenes Jahr reagierte der Frauenfelder Stadtrat auf eine Einfache Anfrage zur Thematik mit einem Blick in die Kriminalstatistik: Diese zeige, dass Frauenfeld im Thurgauer Städtevergleich sogar eine niedrige Kriminalitätsrate aufweise, besonders in Bezug auf schwere Straftaten. Im Jahr 2023 seien in Frauenfeld insgesamt 1345 Straftaten registriert worden, was einen Rückgang von 14 Prozent gegenüber 2022 darstelle. Dies, obwohl die Bevölkerung in dieser Zeit weiter gewachsen ist. Nichtsdestotrotz nahm der Stadtrat 25’000 Franken für eine Erweiterung der Videoüberwachung am Bahnhof in den Voranschlag 2025 auf. Was in der Folge prompt zu einem Streichungsantrag in der parlamentarischen Budgetdebatte führte. CH-Gemeinderat Tobias Lenggenhager kam damit zwar nicht durch, doppelte aber dennoch mit einer Einfachen Anfrage zuhanden des Stadtrats nach. Darin sieht er einerseits die Privatsphäre aller Bürgerinnen und Bürger gefährdet. Andererseits stellt er auch den präventiven Nutzen solcher Videoüberwachungen infrage: «Häufig werden Straftaten lediglich verlagert.»\
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