Nach dem Aus in den Gemeinden Gelterkinden und Sissach, liegt das Schicksal des Naturpark Baselbiet nun in den Händen der Gemeinden in den Frenkentälern. Die Gegner des Projekts kämpfen mit finanziellen Argumenten und dem misslungenen Beispiel des Vereins Region Frenkentäler Plus, während Befürworter Hoffnung auf eine positive Entwicklung setzen.
Bis auf Tenniken ist der Naturpark Baselbiet in der Region Gelterkinden und Sissach vom Tisch. In den Frenkentäler n wird sich das Schicksal des Projekts entscheiden. Ob die klammen Gemeindefinanzen im Waldenburgertal als Chance oder Hindernis betrachtet werden, wird sich zeigen müssen.Die Abstimmungen in den Gemeinden zum Naturpark Baselbiet sorgten gegen Ende 2024 für vollgestopfte Säle und emotionale Debatten in den Kommentar- und Leserbriefspalten.
Vor Weihnachten verkündete der Trägerverein des Projekts, dass der benötigte Perimeter von 100 Quadratkilometern zusammenhängender Fläche immer noch möglich sei. In Gemeinden, in denen der Beitritt knapp abgelehnt wurde, kamen von Befürwortenden sofort Rufe, Referenden zu ergreifen. Seit Juli 2023 ist dies im Kanton Baselland auch nach einem negativen Gemeinderatsbeschluss möglich. Die dreissigtägige Referendumsfrist ist in praktisch allen Gemeinden abgelaufen. Das Fazit ist deutlich: In der Region Gelterkinden und Sissach wurden kaum welche ergriffen.Weder in den Zentrumsgemeinden Sissach und Gelterkinden wird ein zweites Mal über den Naturpark abgestimmt, noch in anderen kleinen Gemeinden, die für den zusammenhängenden Perimeter wichtig wären. «Viele Gemeinden wären trotz Referenden vom Perimeter isoliert gewesen», spekuliert der Vizepräsident des Trägervereins, Johannes Sutter (SVP), über die fehlende Bereitschaft, in den Dörfern Unterschriften zu sammeln. Einzig in Tenniken wird die Bevölkerung aufgefordert, am 9. Februar eine Entscheidung zum Beitritt an der Urne zu fällen. «Tenniken wird als Brückenkopf in der Region Sissach noch eine strategische Bedeutung zukommen, falls der Perimeter zustande kommt», sagt Sutter. Dies sei jedoch mit einigem Wenn und Aber verbunden.Hoffnung dürfte den Befürwortern die Situation in den Frenkentälern machen: In Reigoldswil wird der Naturpark wegen des zustande gekommenen Referendums am 18. Mai eine zweite Chance erhalten. Doch auch die Gegner blieben nicht untätig. Langenbruck, als flächenmässig grösste Gemeinde im Pro-Lager, ist noch nicht definitiv Mitglied im Trägerverein. Parkkritiker haben genügend Unterschriften bei der Gemeindeverwaltung eingereicht. Der Urnengang wird voraussichtlich zeitgleich mit jenem in Reigoldswil durchgeführt.Mit der Verlagerung in die Frenkentäler wird aus dem Naturpark Baselbiet eher ein Naturpark «Frenkentäler Plus». Denn in Waldenburg, Oberdorf, Niederdorf, Ramlinsburg, Lupsingen und Seltisberg wird über den Beitritt erst in den kommenden Monaten entschieden. Um den benötigten Perimeter zu erreichen, sind jedoch fast durchwegs positive Entscheide nötig. Fritz Sutter, Gemeindepräsident in Reigoldswil, war einer der treibenden Kräfte hinter dem Verein Region Frenkentäler Plus , der, wie der Name verrät, die regionale Zusammenarbeit der Gemeinden stärken soll. Beim Naturpark ist er jedoch im Lager der Gegner. Johannes Sutter als Gemeindepräsident von Arboldswil, das dem besagten Verein nicht beitrat, kämpft an vorderster Front für den Naturpark. Für Johannes Sutter hinkt der Vergleich: «Im Gegensatz zum Verein Region Frenkentäler Plus versucht der Naturpark etwas, das funktioniert.» Ausserdem gehe es mehr um regionale Entwicklung und die Natur, wo relativ schnell Erfolge erzielt werden können. Alle Projekte des Vereins Region Frenkentäler Plus seien bislang ohne Erfolg geblieben oder versandet, so Sutter.Ob die klammen Gemeindefinanzen im Vorderen Frenkental – insbesondere in Waldenburg, wo der Kanton die Gemeinde dazu drängt, den Bilanzfehlbetrag abzutragen – eher als Stolperstein oder als Chance für die regionale Entwicklung betrachtet werden können, muss sich zeigen. Sutter sagt dazu: «Es ist immer die Frage, ob man die Thematik mit der Kurzsicht- oder der Weitsichtbrille betrachtet.» Addiert man die noch potenziellen Gemeinden mit ausstehenden Entscheiden zusammen, wird jedoch klar, dass es ohne die Zustimmung der Stadt Liestal nicht reichen wird. Hier hat der Einwohnerrat das letzte Wort. Eine breite Koalition von Mitte-Links reichte bereits im Juni 2024 eine Interpellation ein, welche die Prüfung eines Beitritts forderte. Diese wurde jedoch wieder zurückgezogen. Es ist sehr wahrscheinlich, dass das Papier – sollte tatsächlich Liestal über das Zustandekommen des Naturparks entscheiden, wieder aus der Schublade geholt wird
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