Kämpfe zwischen der Regierung und der Guerilla ELN in der kolumbianischen Grenzregion Catatumbo haben die Zahl der Todesopfer auf mindestens 80 angestiegen. Die Region ist ein wichtiger Punkt für den Kokainschmuggel von Venezuela nach Kolumbien. Das Blutvergießen ist eine Folge des Machterhalts von Präsident Nicolás Maduro in Venezuela, der als Narco-Regime gilt.
In der kolumbianischen Grenzregion Catatumbo ist die Zahl der Todesopfer durch Kämpfe zwischen der Regierungstruppe und der Guerilla ELN in den letzten Tagen auf mindestens 80 gestiegen. Rund 8.000 Menschen wurden aus ihren Häusern vertrieben. Der Angriff der ELN richtete sich gegen eine Splittergruppe der Farc , die EMC- Farc , und der Verteidigungsminister Ivan Velasquez betonte, dass es sich bei den Opfern um Rebellen und nicht um Zivilisten handle.
Doch die Situation ist komplexer als es zunächst scheint. Der UNO-Sondergesandte für Kolumbien, Carlos Ruiz Massieu, erklärte, dass unter den Toten mindestens fünf ehemalige Farc-Rebellen zu finden sind, die 2016 das Friedensabkommen mit der kolumbianischen Regierung mitunterzeichnet hatten. Diese Entwicklung zeigt, dass die kolumbianische Regierung auch nach der Waffenniederlegung der Farc im Jahr 2016 immer noch nicht in der Lage ist, ehemalige Rebellen zu schützen. Der langjährige Konflikt in Kolumbien hat bereits mindestens 450.000 Menschen das Leben gekostet. Als Reaktion auf das jüngste Blutvergießen in Catatumbo setzte Präsident Gustavo Petro die Friedensverhandlungen mit der ELN aus. Die Frage stellt sich jedoch zurecht: Welche Aussicht auf Erfolg haben Friedensverhandlungen mit einer Guerilla, die ihre Waffen nicht niederlegen will, und mit einer Regierung, die Friedenswillige nicht vor anderen bewaffneten Gruppen schützt?Die rückkehrenden Kämpfe in Catatumbo sind nicht zufällig. Sie werden durch ein lukratives Geschäft angetrieben: Das Gebiet ist zentral für den Kokainschmuggel von Venezuela nach Kolumbien. Von dort wird das Kokain in die ganze Welt verteilt. In Venezuela hat Präsident Nicolás Maduro seine dritte Amtszeit angetreten, trotz Vorwürfen von Wahlbetrug. Seine umstrittene Regierung gilt als tief in das Drogengeschäft verwickelt und als Narco-Regime. Die blutigen Kämpfe in Kolumbien sind daher eine unmittelbare Folge von Maduros Festhalten an der Macht und zeigen, wie die Ereignisse in Venezuela bereits schwache Regierungen in der Region weiter destabilisieren. Die Konsequenzen sind absehbar: Mehr Gewalt in Südamerika, wachsende Kokainexporte weltweit und mit dem Drogengeschäft verbundene Gewalt in den Abnehmerregionen wie Europa. Um die Gewalt-Spirale zu stoppen, wäre dringend mehr Garantien für Friedensverhandlungen in Kolumbien und internationaler Druck auf das Regime in Venezuela notwendig.
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