Hilda Flavia Nakabuye ist eine der prominentesten Klimaaktivistinnen Afrikas. In ihrer Heimat Uganda drohen ihr Gewalt und Repression.
Hilda Flavia Nakabuye ist eine der prominentesten Klimaaktivistinnen Afrikas. In ihrer Heimat Uganda drohen ihr Gewalt und Repression – auch weil Langzeitpräsident Yoweri Museveni mit Erdöl seine Macht absichern will.«Wir treffen uns an einem gefährlichen Ort», warnt sie per Whatsapp.
Nur wenige Monate später sprach sie bereits an der Klimakonferenz in Madrid vor Hunderten Regierungschefs und internationalen Diplomatenkorps. «Ich bin hierhergekommen, um Millionen junger afrikanischer Menschen zu vertreten»,. Sie las ihre Rede von einem Zettel ab, verhaspelte sich, aber als eine der wenigen, die an diesem Anlass auch wirklich etwas zu sagen hatten, brachte sie den Saal zum Schweigen.
Am Treffpunkt, einer Tankstelle, wartet Nakabuye auf ihre Mitstreiterinnen. 10 Minuten. 20 Minuten. Eine Stunde. Sie tauchen nicht auf. Nakabuye ist genervt. «Wo bleiben die nur?», fragt sie. Immer wieder schweift ihr Blick zur Verkehrsinsel, auf der eine kleine Polizeiwache mit Wellblechdach steht, daneben parkt ein gepanzerter Wagen im unverwechselbaren Dunkelblau der Sicherheitskräfte.
Um überhaupt fliessen zu können, muss das zähe Öl über die gesamte Strecke konstant auf 50 Grad Celsius erwärmt werden. Und die Erde muss über eine Strecke von rund 1400 Kilometern umgewälzt werden, damit die Pipeline unterirdisch verlegt werden kann. Das Projekt gehört zu den technisch schwierigsten des Kontinents.
Und alle paar Wochen fährt Nakabuye auch an den Viktoriasee, um Müll aufzuräumen. Ein unmögliches Unterfangen. Weil Kampala keine städtische Müllabfuhr kennt, landen tonnenweise Müll und unbehandelte Abwasser im See, die Parasiten gedeihen lassen, die sich bei Hautkontakt in den Körper bohren, Eier legen. Die Konsequenzen sind verheerend. Der Viktoriasee versorgt 30 Millionen Menschen mit Wasser und Fischen.
Geschieht etwas Aussergewöhnliches, dauert es in Kampala nie lange, bis sich Schaulustige versammeln. Das kommt Nakabuye gelegen. Die Menschentraube schirmt sie vor der Polizeiwache ab, die nur einen Steinwurf entfernt liegt. Mit Ballerinas an den Füssen und einer Bluse gekleidet, wirkt Nakabuye, als hätte sie sich auf der staubigen Strasse verirrt.
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