Er greift sich panisch an die Brust – sie klagt über Rückenschmerzen oder ist extrem müde. Unterschiedliche Krankheiten? Nein, nur andere Symptome.
Die Folge: Frauen laufen Gefahr, falsch diagnostiziert und behandelt zu werden.Dass sich Frauen und Männer unterscheiden, ist nichts Neues. Wussten Sie aber auch, dass eineine Erkenntnis der sogenannten FrauengesundheitsforschungDie Medizin hat sich lange Zeit einfach auf den männlichen Körper als «Standard» für Gesundheitsforschung konzentriert.
Historische, kulturelle und soziale Kräfte sorgten dafür, dass Frauen selten bis nie am wissenschaftlichen Prozess teilnahmen: als Forschende wie als Versuchssubjekte. Der männliche Körper galt als «normal» und repräsentativ für die ganze Bevölkerung. Wo eine Diagnose nicht mit weiblichen Körpern übereinstimmte, zog man in den seltensten Fällen Frauen zur Überprüfung der Sachlage hinzu. Und noch seltener stellte man die Diagnose selbst infrage. Man schlussfolgerte einfach: Der weibliche Körper ist irgendwie «krankhaft». Punkt. Das Herz tickt bei Frauen und Männern anders: Das zeigt die Frauengesundheitsforschung am Beispiel Herzinfarkt. - Unsplash Erst in den letzten zwanzig Jahren zeigt die geschlechtsspezifische Forschung oder Frauengesundheitsforschung, dass es mehr als eine Krankheit gibt, bei der weibliche Körper aufgrund ihrer physiologischen, anatomischen und anderen Besonderheiten anders reagieren, als man das bisher unter Bezug auf männliche Körper angenommen hatte., psychischen Störungen und Autoimmunerkrankungen auch Herz-Kreislauf-Erkrankungen,Ein Herzinfarkt äussert sich bei einer Frau also anders bei einem MannWährend Männer typischerweise Brustschmerzen verspüren, können Frauen eher Symptome wie Kurzatmigkeit, Übelkeit, Erbrechen, Rückenschmerzen oder extreme Müdigkeit empfinden. Auch der Kiefer kann in diesem Zusammenhang weh tun. Frauen haben tendenziell einen späteren Herzinfarkt als Männer. Der Grund: das weibliche Sexualhormon Östrogen. Es spielt eine Rolle bei der Regulation des Menstruationszyklus und der Fortpflanzung – aber eben nicht nur. Auch im Herz-Kreislauf-System wirken sie mit – und schützen in gewissem Masse sogar vor Herzinfarkten.
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