Nach über 16 Monaten Krieg zwischen Israel und der Hamas steht ein Friedensabkommen kurz bevor. Details zum Drei-Stufen-Plan für eine Waffenruhe, die Freilassung israelischer Geiseln und die Rolle der USA im Wiederaufbau des Gazastreifens.
Nach über 16 Monaten Krieg ist ein Deal zwischen der Hamas und Israel zur Beilegung der blutigen Auseinandersetzung dem Vernehmen nach zum Greifen nah. Was wir dazu wissen. Demonstranten fordern am 13. Januar in Tel Aviv die Freilassung israelischer Geiseln. 16 Monate nach ihrer Entführung sollen sie nun mittels eines Abkommens freikommen. Ein Friedensabkommen für den Krieg zwischen Israel und der Hamas soll unmittelbar vor dem Abschluss stehen.
Kurz vor dem Ende seiner Amtszeit kann US-Präsident Joe Biden unter Umständen nochmals einen Erfolg verbuchen – den er womöglich aber auch teilweise bereits seinem Nachfolger Donald Trump zu verdanken hat (siehe Punkt 5). «Wir stehen kurz vor einer Einigung und sie kann noch diese Woche zustande kommen», sagte der Sicherheitsberater des am kommenden Montag aus dem Amt scheidenden Biden, Jake Sullivan. Dem US-Sender CNN zufolge sollen heute in Katars Hauptstadt Doha letzte noch offene Fragen geklärt werden, ehe der Deal offiziell gemacht wird. Laut israelischen Medien wurde in Doha ein Drei-Stufen-Plan für eine Waffenruhe ausgearbeitet. Noch wurde nichts verkündet, die Einigung könnte den Berichten zufolge aber heute bekanntgegeben werden. Eine offizielle Bestätigung dafür gab es nicht. Die israelische Seite werde bis zur Freilassung nicht wissen, welche der Geiseln lebend zurückkommen. Es handele sich um Frauen, darunter Soldatinnen, zwei Kinder, Menschen über 50 sowie Verletzte und Kranke. Aus israelischen Gefängnissen freigelassen werden, hiess es. Israels Armee werde sich ausserdem aus dem Philadelphi-Korridor entlang der Grenze zu Ägypten zurückziehen. Ferner sollen demnach die in den Süden des abgeriegelten Küstenstreifens geflohenen Einwohner unter internationaler Aufsicht zurückkehren dürfen. Laut US-Medienberichten wird Israel zunächst Pufferzonen entlang seiner östlichen und nördlichen Grenze zum Gazastreifen aufrechterhalten. Nebst dem Plan zur Beendigung des Kriegs wollen die USA einem Bericht der Nachrichtenseite «Axios» zufolge auch einen Plan für danach vorlegen, um Stabilität in der Region zu gewährleisten. US-Aussenminister Antony Blinken soll das Vorhaben demzufolge im Verlaufe des Dienstags vorstellen. Blinkens Plan sieht laut «Axios» einen Regierungsmechanismus unter Beteiligung der internationalen Gemeinschaft und arabischer Länder vor. Diese könnten auch Truppen nach Gaza entsenden, um die Sicherheitslage zu stabilisieren und humanitäre Hilfe zu leisten, hiess es. Ausserdem müsse die im Westjordanland regierende und von Palästinenserpräsident Mahmud Abbas geführte Palästinensische Autonomiebehörde (PA) an einer künftigen Regierung beteiligt werden. Die PA solle nach dem Willen der USA zuvor reformiert werden. Israel hatte sich bisher geweigert, die PA an einer Regierung zu beteiligen. Womöglich ist Ministerpräsident Netanjahu nun also von dieser Position abgerückt. Die jüngsten Berichte haben bei den Angehörigen der Geiseln grosse Hoffnungen ausgelöst. «Die Berichte, die auf eine mögliche Einigung über die Freilassung unserer Angehörigen hindeuten, sind ein Hoffnungsschimmer, aber wir bleiben vorsichtig», erklärte das Forum der Geiselfamilien. Die US-Vermittler bestätigten ebenfalls, dass es zu früh für Euphorie sei: «Ich mache keine Versprechungen oder Vorhersagen, aber es ist zum Greifen nahe, und wir werden daran arbeiten, dass es klappt», so Sullivan. Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu will örtlichen Medien zufolge heute Angehörige der Geiseln treffen. Keine Freude am möglichen Deal haben die ultranationalistischen Teile der israelischen Regierung. So sagte der radikale Finanzminister Bezalel Smotrich, der anbahnende Deal sei «eine Katastrophe für die nationale Sicherheit Israels», wie die Nachrichtenagentur «Reuters» berichtete. Smotrich kritisierte das Verhältnis zwischen der Anzahl Geiseln und palästinensischer Gefangener, die ausgetauscht werden sollen. Es sei zudem nicht die Zeit für einen Deal, sondern Israel müsse im Gegenteil «mit voller Kraft weitermachen» und den ganzen Gazastreifen erobern. Smotrich dürfte deshalb insbesondere über die geplante zweite und dritte Phase des Vorschlags erbost sein. In der zweiten Phase soll der Krieg endgültig beendet werden. Die Verhandlungen über die zweite Phase würden am 16. Tag der Umsetzung des Abkommens beginnen, berichtete CNN. Die Hamas habe ein wichtiges Zugeständnis gemacht, indem sie mündliche Garantien der USA, Katars, Ägyptens und der Türkei akzeptiert, dass Israel die Verhandlungen darüber fortsetzt, erfuhr das «Wall Street Journal» aus Vermittlerkreisen. Dabei soll es laut israelischen Medien auch um den Abzug der Armee aus ganz Gaza gehen. Die dritte Phase soll schliesslich einen Wiederaufbau des weitgehend zerstörten Gazastreifens und eine alternative Regierung ohne Beteiligung der Hamas vorsehen.
GAZA-KONFLIKT HAMAS ISRAEL FRIEDENSVERTRAG WEAPENSCHAUFE GEISELN US-VERMITTLUNG RE建
Switzerland Neuesten Nachrichten, Switzerland Schlagzeilen
Similar News:Sie können auch ähnliche Nachrichten wie diese lesen, die wir aus anderen Nachrichtenquellen gesammelt haben.
Gespräche in Katar: Geiselangehörige drängen auf Gaza-DealDie indirekten Verhandlungen über einen Geisel-Deal und ein Ende des Krieges gehen weiter. Ein Durchbruch ist nicht in Sicht.
Weiterlesen »
Gaza-Deal: Einigung zum Greifen nahe – 33 Geiseln vor FreilassungDas Weisse Haus sieht Fortschritte in den Verhandlungen über eine Waffenruhe im Gaza-Krieg und die Freilassung von Geiseln.
Weiterlesen »
Solaraktien Erholung in Sicht: Kartell in China?Die Solarenergiebranche erlebt nach einem starken 2024 mit Kursverlusten von bis zu 30 % eine mögliche Trendwende. In den kommenden Jahren erwartet Bloomberg Intelligence ein Wachstum auf dem Niveau von 2024. In China zeichnet sich eine Trendwende ab: Chinas Solarkonzerne haben sich zu einem Kartell zusammengeschlossen, um die Produktion zu drosseln und Preise zu stabilisieren.
Weiterlesen »
St.Gallen: Autobahnausbau gescheitert - Keine Alternativen in SichtDas Nein zum Ausbau der Autobahnen in St.Gallen sorgt für Kopfschmerzen. Es gibt keinen Plan B, und ein Sanierungsstollen wird als unrealistisch angesehen.
Weiterlesen »
Taliban Verbieten Fenster in Afghanistans Häusern, um Sicht auf Frauen zu BlockierenDie Taliban haben in Afghanistan ein neues Dekret erlassen, das den Einbau von Fenstern in Wohnhäusern verbietet, wodurch Sicht auf Bereiche zugänglich wäre, in denen sich Frauen aufhalten. Die Taliban argumentieren, dass die Sichtbarkeit von Frauen in alltäglichen Situationen zu \u201cobszönen Handlungen\u201d führen könnte.
Weiterlesen »
Experte zu Säntis-Bergung: Dritter Versuch vielversprechend, trotzdem kritische SichtAlain Blumer, ein erfahrener Taucher und Erfinder, äußert sich zum geplanten dritten Versuch der Bergung des Dampfschiffs «Säntis» aus dem Bodensee.
Weiterlesen »