Auch Dominique hat einen Einbrecher auf frischer Tat ertappt. «Dieses Ereignis hat mich in meiner Lebensqualität massiv beschnitten,» sagt sie. Die Angst wurde über Jahre ihr ständiger Begleiter. Menschenmassen vermied sie fortan, ebenso den Heimweg im Dunkeln allein zu Fuss. «Ausziehen ist nicht die Lösung», sagt die Traumaforscherin Rahel Bachem.
Eine Szene wie in einem Actionfilm: Damien H. hört morgens um fünf Uhr ein Poltern in seinem Haus. Plötzlich steht da ein fremder Mann. «Mein Adrenalin kickte voll rein», erzählt der 34-Jährige aus dem Kanton Aargau, «mein Puls wechselte von Schlaf- auf Notsituation».
Die ersten zwei Wochen nach dem Einbruch hat es sich nicht wie mein Zuhause angefühlt. Autor: Damien H. Einbruchsopfer Damien H. erzählt diese filmreife Geschichte rund einen Monat nach dem Ereignis mit viel Verve. Trotzdem ging das Erlebnis emotional nicht spurlos an ihm vorbei. Audio Das Gefühl danach 06:38 min, aus Ratgeber vom 26.03.2014. Bild: Keystone abspielen. Laufzeit 6 Minuten 38 Sekunden. Für den Ratgeber hat die Psychotraumatologin mit vielen Einbruchsopfern gesprochen. Immer wieder haben diese von ihrer Wut berichtet. «Wut gibt einem eine kurzfristige Kontrolle», erklärt Bachem. «Man ist weniger Opfer als wenn man beispielsweise traurig ist.» Diese Wut solle man zulassen, sie habe ihre Berechtigung.
Der Einbruch hat mich in meiner Lebensqualität massiv beschnitten. Autor: Dominique S. Wurde Opfer eines Einbruchs Sie zeigt: Fast ein Drittel aller Einbruchsopfer belastet ein Einbruch nicht stark – Männer und Frauen gleichermassen. Je stärker aber der Belastungsgrad, desto höher der Frauenanteil: Während ein Einbruch mehr als 15 Prozent der Frauen stark belastet, sind es bei Männern keine fünf Prozent.
Der Schock aber sass tief und wandelte sich nach der Spurensicherung der Polizei in Angst: «Alleine zu Hause zu sein, war schwierig. Und im Dunkeln unterwegs zu sein, ebenfalls. Mein Partner musste mich immer an der Bushaltestelle abholen.» Auch Menschenmassen vermied sie fortan. «Ich hatte Angst, dass er zurückkommt und mir etwas antut, weil ich ihn hätte identifizieren können.
«Die Zeit heilt alle Wunden», sagt Dominique S. und lächelt. «Das sagt man ja so schön, aber das stimmt bei mir tatsächlich.» Zwar fühlt sich Dominique S. auch heute noch unwohl alleine im Dunkeln, aber sie kann wieder alleine nach Hause laufen.
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