Prachtvoller Blick auf den Alpstein, seit über 640 Jahren ein Kloster, Streit um die Zukunft: Wonnenstein im Appenzellerland hat eine lange Geschichte. Die letzte Nonne schreibt diese nun ganz eigen weiter. Zu Besuch bei Schwester Scolastica, die sich seit vier Jahren weigert, das Kloster zu verlassen.
Prachtvoller Blick auf den Alpstein, seit über 640 Jahren ein Kloster, Streit um die Zukunft: Wonnenstein im Appenzellerland hat eine lange Geschichte. Die letzte Nonne schreibt diese nun ganz eigen weiter. Zu Besuch bei Schwester Scolastica, die sich seit vier Jahren weigert, das Kloster zu verlassen.«Wir preisen deinen Tod, wir glauben, dass du lebst.» Dünner Gesang klingt durch die Kirche. Kaplan, Schwester Scolastica, zwei Frauen, ein älterer Mann.
Fragt man Schwester Scolastica, verweist sie auf ihren päpstlichen Maulkorb. Diesem Verbot aus Rom folgt sie, sie möchte nicht riskieren, aus ihrem Orden verstossen zu werden. Gegen die Weisung, sie müsse das Kloster verlassen, hat sie in Rom Rekurs eingelegt.Schwester Scolastica lebt einfach allein im Kloster weiter. Als hätte sie sich selber Kirchenasyl gewährt. Sie nimmt alles, wie es kommt. Man lebt im Hier und Jetzt, sagt sie.
Später am Tag klingelt es an der Tür, für die sie keinen Badge hat. Die Türglocke scheppert wie ein alter Wecker. Eine Frau bringt ihr selbst gemachte Pralinen und möchte Hustentropfen und Hustentee kaufen. Schwester Scholastika hat noch letzte Vorräte im Wandschrank. Einige aus der benachbarten Behindertenwohngruppe kommen vorbei, Schwester Scolastica schenkt ihnen eine Packung Guetzli.
Auf dem Friedhof schlichte Kreuze nebeneinander, kein Blumenschmuck, keine Grablichter. Alle ihre Mitschwestern liegen hier begraben. Früher kümmerten sich Schwestern um die Gräber. Jetzt der neue Hausmeister.Schwester Scolastica führt durch einen Hintereingang in ihr Kloster. In der Küche lässt sie sich einen Kaffee aus der Kapselmaschine. Aus einer Kanne giesst sie Kaffee vom Vortag dazu. Ehrfurcht nicht nur vor Menschen, auch vor Dingen.
Sie habe Klöster angeschrieben, ob sie sie aufnehmen. Als Gast. Mit 80 Jahren könne man sich nicht mehr in eine andere Gemeinschaft einfügen. Noch hat sie keine Zusage. Die Plätze werden für die eigenen Ordensleute benötigt. Und dann ist da der Ruf. Schwester Scolastica gilt als stur, starrköpfig, weil sie sich Rom widersetzt und das Kloster nicht verlässt.
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