Jeden Frühling warte ich sehnsüchtig auf diesen Moment. Er bedeutet, dass die Temperaturen nicht mehr unter den Gefrierpunkt sinken werden. Oder zumindest, dass jemand, der am Haupthahn sitzt, daran glaubt. Für mich beginnt jetzt die Gartensaison. Zwar bin ich auch im Winter häufig im Schrebergarten anzutreffen, doch mit Säen halte ich mich zurück, bis ich nicht mehr auf den Regen angewiesen bin. Zu gut erinnere ich mich an einen aussergewöhnlich warmen, trockenen März vor einigen Jahren
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Voller Vorfreude packte ich vor einigen Tagen Putzessig, Lappen und frische Küchentücher ein. Ich konnte es kaum erwarten, loszulegen. Ich wollte abstauben, den Boden feucht aufnehmen, die Fenster putzen. Anschliessend den Schrank in der Kochnische mit Kaffee, Olivenöl, Essig und Gewürzen füllen. Ich hatte Reis eingepackt, wenn die Zeit reichte, würde ich mir einen Bärlauch-Risotto mit Brennnesseltee kochen. Und vielleicht sogar ein paar Zeilen schreiben.
Das hölzerne Schneidebrett. Das benutzte Brotmesser. Daneben Brösel. Sofort nahm ich mein Handy hervor und fragte in unserem Gartenchat, ob jemand im Häuschen gepicknickt hatte. Anschliessend drehte ich eine Runde durch den Garten, um nach weiteren Ungereimtheiten zu suchen. Jetzt fiel mir auf, dass die Grillschale nicht dort stand, wo sie normalerweise war. Ich öffnete den Deckel und stellte fest, dass sie mit Asche gefüllt war. Im Abfalleimer fand ich leere Bierdosen.
Inzwischen beschäftigt mich meine Reaktion fast mehr als der Vorfall selbst. Ich habe mich immer für offen und tolerant gehalten, doch kaum tritt jemand in mein Gärtchen, kommt Ablehnung in mir auf. Vermutlich, weil ich mich dadurch ungeschützt und verletzbar fühle. Der Garten ist meine Oase, ihn zu teilen, setzt voraus, dass ich an das Gute im Menschen glaube. Das fällt mir schwer. Im Grunde müsste ich meinen ungebetenen Gästen dankbar sein.
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