Yves Kugelmann, Chefredaktor des Magazins «Tachles», im Interview über den Messerangriff auf einen Juden in Zürich.
Unterstützen auch Sie die Republik mit einem Abo: Einstiegsangebot nur bis 31. März 2024.«Tachles», das jüdische Wochenmagazin, war die erste Schweizer Publikation, die über Details des antisemitischen Attentats vom letzten Samstag berichtet hat. Wie ordnen Sie das ein?
Auf den ersten Blick hat das Internet einen grossen Anteil daran. Wir wissen heute auch aus anderen Kontexten, dass das Netz mit seinen Dynamiken rasch eine sehr virulente Fanatisierung herbeiführen kann. Das geschieht nicht nur im Kontext des Nahostkonflikts, sondern betrifft auch rassistische Ideologien oder die Bejahung von sexualisierter Gewalt. Es ist ein generelles Problem, wie man gerade junge Menschen heute gegen solche Inhalte im Netz schützen kann.
Das ist eine generelle Tendenz bei fanatischen Theorien, die im Netz verbreitet werden. Die Verschwörungstheorien, mit denen auf Internetplattformen Judenhass begründet wird, sind in der Regel sehr abstrus. Schon bei den «» waren die Juden an allem schuld und zuletzt auch an der Pandemie. Ähnliche Dynamiken gab es bei Konspirationen der radikalisierten Impfgegner.
Ich weiss nicht, ob man das so sagen kann. Gerade in der Schweiz sind solche Schmierereien immer wieder vorgekommen, besonders während der Nahostkonflikte. Auf diesem Level, würde ich sagen, hat es sich nicht wahnsinnig unterschieden von Vorfällen, die es auch in früheren Phasen schon gab, auch wenn es quantitativ sicher zugenommen hat.
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