Ärztinnen und Ärzte geben Antibiotika immer noch allzu leichtfertig ab: Eine von fünf Verschreibungen entspricht nicht den offiziellen Vorgaben.
Es ist wieder Saison, die Viren gehen um. Ein besonders perfides ist das Adenovirus, das ganz unterschiedliche Symptome auslösen kann. Etwa Brechreiz, Durchfall, aber auch Reizung der Augenbindehaut oder Brennen beim Wasserlassen. Bei den letzten beiden Symptomen liegt der Schluss einer bakteriellen Infektion nahe. Doch Antibiotika wirken in diesem Fall nichts.
Dennoch gibt es Ärztinnen und Ärzte, die unnötigerweise welche einsetzen. Das ist ein Problem. Denn die zunehmende Resistenz von Bakterien und Pilzen gegen bisher wirksame Medikamente bedroht die Gesundheit der Menschen, der Tiere und der Umwelt. Gemäss einer Schätzung der Weltgesundheitsorganisation WHO sindDie Gefahr nimmt bei fahrlässigem Einsatz weiter zu. Denn sobald ein Antibiotikum zur Anwendung kommt, können resistente Bakterien entstehen.
Auch bei den Tieren konnte die Verwendung von Antibiotika stark reduziert werden. Um fast 50 Prozent. Ein neuer Bericht des Bundes lobt die Tierärztinnen und Tierärzte, sie würden die Therapieleitfäden berücksichtigen und die richtigen Antibiotika einsetzen. Die Schwächen liegen gemäss Bericht woanders:
«Bei rund 20 Prozent der Verschreibungen von Hausärztinnen und Hausärzten wurden Antibiotikaklassen eingesetzt, die gemäss nationalen Richtlinien nicht empfohlen werden.» Da sich die Verschreibungspraxis regional stark unterscheidet, sieht das Bundesamt für Gesundheit hier ein «Verbesserungspotenzial». Zum Vergleich: In der Deutschschweiz werden mit 7,8 Tagesdosen pro 1000 Einwohner deutlich weniger Antibiotika verabreicht als in der Romandie mit 13,1 Tagesdosen oder im Tessin mit 12,4 Tagesdosen.Da Mensch und Tier die Antibiotika wieder ausscheiden, gelangen sie ins Abwasser und die Böden.
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