Noch profitieren Zugerinnen und Zuger von tiefen Krankenkassenprämien. SP-Kantonsrätin Ronahi Yener warnt, dass sich das ab 2028 deutlich ändern könnte.
Noch profitieren die Zugerinnen und Zuger von tiefen Krankenkassenprämien. Ab 2028 könnte sich das deutlich ändern. SP-Kantonsrätin Ronahi Yener befürchtet, dass besonders der Mittelstand die Folgen zu spüren bekommt.
Themenbilder zu Krankenkassenprämien, Prämienverbilligungsinitiative, Prämien-Entlastungs-Initiative 01.05.2024 ©Andrea Zahler / CH MediaDer Regierungsrat selbst rechnet für 2028 mit einem Prämienanstieg im Bereich von 25 Prozent. Bei einer mittleren Prämie heisst das rund 65 Franken mehr pro Person und Monat, gut 800 Franken im Jahr. Für eine Familie ist es sogar ein Mehrfaches davon. Treffen wird das vor allem den Mittelstand.
Wer knapp zu viel verdient, um Prämienverbilligung zu erhalten, trägt jeden Anstieg vollständig selbst. Für viele Familien und Einzelpersonen mit mittleren Einkommen ist die Krankenkassenprämie schon lange einer der grössten Posten im Budget. Dass der Kanton etwas bewirken kann, hat er bewiesen. Die Übernahme von 99 Prozent der stationären Spitalkosten kostet rund 110 Millionen Franken pro Jahr, und die Entlastung ist bei allen angekommen.
Genau deshalb habe ich eine Motion miteingereicht: Der Kanton sollte sich auch unter EFAS stärker als vorgeschrieben an den Gesundheitskosten beteiligen, damit die Entlastung von 2026 und 2027 erhalten bleibt. Die bürgerliche Mehrheit hat das abgelehnt. Mir ist bewusst, dass eine tiefere Prämie nicht nur Menschen mit tiefen und mittleren Einkommen zugutekommt. Doch die Prämie ist eine Kopfprämie: Alle zahlen gleich viel, unabhängig davon, wie viel sie verdienen.
Eine Senkung um 65 Franken im Monat spürt eine Pflegefachfrau deutlich stärker als ein Konzernmanager. Die individuelle Prämienverbilligung bleibt wichtig für Menschen mit bescheidenen Einkommen. Wer knapp darüber liegt, fällt aber durch alle Maschen. Gleichzeitig will die bürgerliche Mehrheit Überschüsse des Kantons künftig als Steuerrabatt zurückgeben.
Darüber wird voraussichtlich das Stimmvolk entscheiden. Ein Steuerrabatt wirkt genau umgekehrt: Wer viel Steuern zahlt, bekommt viel zurück. Wer wenig verdient, merkt kaum etwas. Wenn der Kanton finanziellen Spielraum hat – und den hat er –, dann stellt sich die Frage, wem er zugutekommen soll.
Für mich ist die Antwort klar: Die Entlastung soll dort ankommen, wo die Belastung am Ende des Monats am stärksten spürbar ist. Auch auf nationaler Ebene wächst der Druck. Die SP Schweiz hat mit der Initiative «Prämienrabatte für die Stärkung der Kaufkraft» einen Vorschlag lanciert, die Prämien künftig nach Einkommen abzustufen. Die Kopfprämie ist längst nicht mehr nur ein Problem der Ärmsten, sondern eine Frage der Fairness für die breite Bevölkerung.
In Zug liegt der nächste Entscheid bereits auf dem Tisch. Mit der Umsetzung von EFAS kann der Kantonsrat den Kantonsanteil der Spitalkosten für ein oder mehrere Jahre über das Minimum anheben. Bis Ende März 2027 muss feststehen, wie viel der Kanton 2028 übernimmt. Das Zeitfenster ist kurz, und ich will, dass wir es nutzen, um den Prämiensprung abzufedern, solange wir es noch können.
Denn Krankenkassenprämien sind eine Frage der Kaufkraft. Es geht darum, wie viel Geld den Menschen am Ende des Monats zum Leben bleibt. Am Sonntag wird der neue Kantonsrat gewählt und mit ihm die Mehrheit, die über den Prämiensprung 2028 entscheidet. Ich setze mich weiterhin dafür ein, dass die Zuger Überschüsse dort ankommen, wo sie im Alltag spürbar sind.
Dafür bitte ich Sie um Ihre Stimme. Und falls Sie noch nicht gewählt haben: Gehen Sie mit der Liste 5 an die Urne. In der Kolumne «Zuger Ansichten» äussern sich Kantonsrätinnen und Kantonsräte zu einem frei gewählten Thema. Ihre Meinung muss nicht mit jener der Redaktion übereinstimmen.
Wohnraum ist im Kanton Zug so knapp wie kaum anderswo in der Schweiz. Damit stellt sich für ALG-Kantonsrat Andreas Lustenberger zunehmend die Frage, wem der begrenzte Boden dienen soll. Der Kanton Zug übernimmt auch 2027 fast alle stationären Spitalkosten. Trotzdem steigen die Krankenkassenprämien um 4,4 Prozent.
Die Gesundheitsdirektion erklärt die Gründe. Copyright © Luzerner Zeitung. Alle Rechte vorbehalten. Eine Weiterverarbeitung, Wiederveröffentlichung oder dauerhafte Speicherung zu gewerblichen oder anderen Zwecken ohne vorherige ausdrückliche Erlaubnis von Luzerner Zeitung ist nicht gestattet.
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