Eine Tierkommunikatorin behauptet, telepathisch mit Kühen im Berner Oberland gesprochen zu haben. Die Tiere sollen die schweren Glocken als Touristen-Attraktion kritisieren.
Tierkommunikatorin Michelle Babineau sagt, sie habe in Lauterbrunnen mit Schweizer Kühen gesprochen und erfahren, dass ihnen vor allem die grossen Glocken zu schwer seien. Eine portugiesische Touristin besuchte die Schweiz und will sich in Lauterbrunnen telepathisch mit Kühen verbunden haben.
Die Kühe sollen ihr gesagt haben, dass sie die grossen Kuhglocken als zu schwer empfinden – diese seien nur für die Touristen. Die Tierhilfe Schweiz warnt vor der Praxis: In der Vergangenheit sollen Tiere gestorben sein, weil Halter wegen Tierkommunikation auf einen Tierarztbesuch verzichteten.
«Sie ist stolz, eine Schweizer Kuh zu sein. Die grossen Glocken, die sie tragen muss, werden ihr nur wegen der Touristen umgehängt. Das gefällt ihr nicht. »Um eine Verbindung zu den Kühen aufzubauen, singe sie ihnen zunächst etwas vor.
Danach hätten sich die Tiere zu ihr gelegt und mit ihr gesprochen.
«Die Kühe haben mir gesagt, dass sie die kleinen Glocken nicht stören. Sie seien für sie wie Ohrringe für Menschen», sagt Babineau. Anders sei es bei den grossen Glocken, welche die Kühe bei Festen tragen müssten. Eine Kuh habe zu ihr gesagt: «Die sind zu gross und auch zu schwer, die sind nur für die Touristen.
» Babineau lebt in Portugal. Zur Tierkommunikation kam sie durch einen Kurs. Heute bietet sie aufgezeichnete und Live-Sitzungen an.
«Ich brauche dafür nur ein Bild des Tieres und kann mich dann ‹telepathisch› mit ihm verbinden», sagt sie. Babineau erzählt, Tierhalterinnen und Tierhalter würden sie oft fragen, warum sich ihr Tier auf eine bestimmte Weise verhalte. Auch medizinische Fragen kämen vor.
«Ich frage die Tiere etwa, ob sie eine Operation wirklich wollen, die ein Tierarzt empfohlen hat», sagt sie.. Ihr sei bewusst, dass wissenschaftliche Belege für Tierkommunikation fehlen.
«Ehrlich gesagt ist es mir egal. Meine Aufgabe ist es nicht, Skeptiker zu überzeugen. »Für mich ist das Unsinn.früheren Bericht sagte die Tierhilfe Schweiz gegenüber 20 Minuten: «Es ist ein steigender Trend, es gibt steigende Besucherzahlen bei Messen und Schulen. » Wissenschaftliche Belege für diese Praxis fehlten jedoch.
Beatrice Baumann, Präsidentin der Tierhilfe Schweiz, sagte damals zu 20 Minuten: «Ich habe noch nie etwas Positives im Zusammenhang mit Tierkommunikation erlebt. » Es sei bereits vorgekommen, dass Tiere wegen solcher Beratungen gestorben seien. Einer Katzenhalterin sei etwa gesagt worden, ihre Katze müsse nicht zum Tierarzt. Kurz darauf sei die Katze gestorben.
Baumann bezweifelt zudem, dass die Aussagen von Tierkommunikatorinnen verlässlich sind. Sie kenne eine Frau, die zwei verschiedene Tierkommunikatorinnen zur selben Katze befragt habe. Die Halterin wollte wissen, ob ihre Katze Gesellschaft brauche. Eine Tierkommunikatorin sagte Ja.
Die andere sagte Nein.
«Ich will nicht sagen, dass man überhaupt nicht daran glauben soll, aber es ähnelt stark einem Horoskop», sagt Baumann. Grundsätzlich habe Baumann kein Problem mit Tierkommunikation, wenn sie etwas Positives bewirke. Bei gesundheitlichen Problemen solle man sich jedoch an einen Tierarzt wenden. Nur mit dem Bern-Push von 20 Minuten bekommst du die aktuellsten News aus der Region Bern, Freiburg, Solothurn und Wallis blitzschnell auf dein Handy geliefert.
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