Frankreich-Coach Zinédine Zidane hätte seine Rückkehr ins Stade de France gerne mit einem Sieg gekrönt. Nach dem Remis gegen Italien überwiegt bei ihm dennoch das Positive. Sein Gegenüber Roberto Mancini sieht derweil deutliche Fortschritte bei den Azzurri.
Imago Frankreich-Coach Zinédine Zidane hätte seine Rückkehr ins Stade de France gerne mit einem Sieg gekrönt. Nach dem Remis gegen Italien überwiegt bei ihm dennoch das Positive.
Sein Gegenüber Roberto Mancini sieht derweil deutliche Fortschritte bei den Azzurri. Zinédine Zidane ist mit Frankreichs Leistung gegen Italien zufrieden, hadert aber mit dem verpassten Heimsieg. Der Frankreich-Coach nimmt Ousmane Dembélé in Schutz und will von einem grundsätzlichen Effizienzproblem nichts wissen. Für Zinédine Zidane war es ein besonderer Abend.
Mehr als 20 Jahre nach seiner Zeit als französischer Nationalspieler kehrte er als Nationaltrainer ins Stade de France zurück.
«Wunderschön», sei es gewesen, meint Zidane nach dem Spiel. «Natürlich war ich berührt und glücklich, ins Stade de France zurückzukehren. » Einzig das Resultat passte nicht ganz zur erhofften Rückkehr. Frankreich musste sich gegen Italien mit einem Remis begnügen.
«Wir hätten natürlich gerne für unser Publikum gewonnen», so Zidane. Nur bei Olises Traumtor ist er machtlos: Donnarumma hext Italien zum Punktgewinn Vor allem die fehlende Konsequenz in der Offensive beschäftigt den französischen Nationaltrainer. Seine Mannschaft habe den Ball insbesondere in der ersten Halbzeit gut laufen lassen.
«Was uns gefehlt hat, war die Tiefe auf den letzten 30 Metern», analysiert Zidane. Nach der Pause sei dies deutlich besser gelungen. Deshalb blieb bei ihm auch ein Gefühl der Unvollkommenheit zurück.
«Es ist ein bisschen frustrierend», sagt der 54-Jährige. Frankreich habe die Möglichkeit gehabt, mit einem zweiten Treffer für die Entscheidung zu sorgen. Von einem grundsätzlichen Effizienzproblem will Zidane allerdings nichts wissen. Seine Team habe sich genügend Möglichkeiten erarbeitet.
Zudem habe Italien-Goalie Gianluigi Donnarumma einen starken Abend erwischt und mehrere schwierige Bälle pariert. Auch den blassen Ousmane Dembélé nahm Zidane ausdrücklich in Schutz. Dass der Angreifer ohne Treffer blieb, ändert nichts an seiner Einschätzung.
«Er bewegt sich viel und verlässt sehr oft seine Position. Genau das interessiert uns», erklärt Zidane. Er habe Dembélé «nicht viel vorzuwerfen». Der PSG-Spieler ersetzte im Sturmzentrum den verletzten Torjäger Kylian Mbappé.
Überhaupt will der Franzose nach seinem dritten Spiel als Nationaltrainer nicht einzelne Fehler oder Spieler herausgreifen. Beim italienischen Ausgleich sei es beispielsweise falsch, die Verantwortung einem einzelnen Akteur zuzuschieben.
«Wenn es einen Fehler gibt, ist es der Fehler von allen und nicht nur von einem Spieler. » Entsprechend positiv fällt sein Gesamturteil aus. Mit dem Resultat sei er nicht vollständig zufrieden, mit dem Auftritt hingegen schon. Und Zidane lässt durchblicken, wie sehr ihm die neue Aufgabe gefällt: «Es ist fast frustrierend, dass es jetzt schon aufhört.
Aber so ist es. Wir sind nicht im Klub. »Auf italienischer Seite überwog die Zufriedenheit. Roberto Mancini sieht im Auftritt seiner Mannschaft einen weiteren Schritt in die richtige Richtung.
Die Gäste mussten über längere Phasen verteidigen. Für Mancini ist das angesichts der individuellen Qualität Frankreichs keine Überraschung.
«Es gibt keinen französischen Spieler, der den Ball schlecht annimmt», sagt der Italiener. Entscheidend sei gewesen, wie seine Mannschaft mit diesen schwierigen Phasen umging.
«Wir mussten verteidigen und haben als Mannschaft verteidigt. Wir mussten angreifen und haben es als Mannschaft getan. » Besonders gefiel Mancini, dass Italien sich nicht nur zurückzog. Seine Mannschaft versuchte, Frankreich früh unter Druck zu setzen.
Auch der Treffer sei aus einem hohen Pressing entstanden. Für den Trainer ist dies ein Beleg für die Mentalität, die er von seiner Mannschaft sehen möchte. Mancini sieht nach den jüngsten Partien eine klare Entwicklung.
«Die Bilanz ist positiv, weil wir nicht sehr gut begonnen haben und uns verbessern», hält der 61-Jährige fest. Das betreffe das Selbstvertrauen ebenso wie das spielerische Niveau und das Auftreten als Mannschaft. Diese Entwicklung habe bereits in der Partie gegen Belgien begonnen. Auch dort habe Italien versucht, den Gegner früh anzulaufen – selbst wenn dies nicht immer funktioniert habe.
Solche Fehler gehörten für Mancini zum Prozess.
«Mentalität erarbeitet man sich, indem man spielt und versucht, sich auch durch Fehler zu verbessern», betont er. «Es wird ein bisschen Zeit brauchen, aber ich glaube, der Weg ist der richtige. » Dass ausgerechnet Zidane bei seinem ersten Heimspiel als französischer Nationaltrainer nicht gewinnen konnte, sorgte bei Mancini übrigens nicht für besondere Genugtuung.
«Es tut mir leid für ihn, weil es sein erstes Spiel hier war. Ich wäre für ihn glücklich gewesen, wenn er gewonnen hätte», erläutert Mancini mit einem Lächeln. Einen entscheidenden Zusatz konnte er sich allerdings nicht verkneifen: «Aber wir wollten nicht verlieren. » Und Frankreich gegen Italien sei schliesslich «immer ein besonderes Spiel».
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