Donald Trump empfing Xi Jinping direkt auf dem Rollfeld der Joint Base Andrews. Gleichzeitig wurde die US-chinesische Zollvereinbarung bis zum 10. Januar verlängert, während mehrere grosse US-Sender aus Protest auf Bildberichte verzichteten.
US-Präsident Donald Trump hat den chinesischen Staatschef Xi Jinping mit einer auffälligen Geste persönlicher Aufmerksamkeit direkt auf dem Rollfeld der Joint Base Andrews nahe Washington empfangen.
Handelskonflikt und diplomatisches Signal
Statt die Ankunft im Weissen Haus abzuwarten, ging Trump dem Gast entgegen, als Xi auf dem Militärflugplatz landete. Damit setzte Washington ein starkes diplomatisches Signal, nachdem die Beziehungen zwischen den USA und China in den vergangenen Monaten von Spannungen, Handelskonflikten und gegenseitigen Misstrauen geprägt waren. Zugleich kündigte US-Finanzminister Scott Bessent an, dass die aktuelle Zollvereinbarung zwischen beiden Staaten bis zum 10. Januar verlängert wird.
Die Regelung wäre im November ausgelaufen. Sie sieht vor, die Zölle auf Waren des jeweils anderen Landes zu senken und keine zusätzlichen restriktiven Handelsmassnahmen zu erlassen. Bessent erklärte im Gespräch mit Fox News, die verlängerte Frist solle den beiden Regierungen mehr Raum für weitere Gespräche schaffen. Er betonte allerdings, dass offen sei, ob in absehbarer Zeit ein umfassenderes Abkommen erreicht werden könne.
Stabilere Beziehung statt Rivalität
Die Staatschefs könnten sich bei kommenden Treffen in China im November und in Florida im Dezember erneut mit offenen wirtschaftlichen und politischen Fragen befassen. Xi Jinping wiederum plädierte bei seiner Ankunft für eine stabilere und kooperativere Beziehung zwischen China und den USA. In einer Erklärung schrieb er, beide Länder sollten Partner statt Rivalen sein. Die grosse Erneuerung der chinesischen Nation und Trumps Versprechen, Amerika wieder gross zu machen, könnten nach Ansicht des chinesischen Staatschefs nebeneinander bestehen.
Die USA und China könnten vom Erfolg des jeweils anderen profitieren und damit auch der Welt zugutekommen. Xi forderte ein beidseitiges Entgegenkommen, weniger Konfrontation und eine stärkere Ausrichtung auf Zusammenarbeit. Wettbewerb solle möglich bleiben, aber in angemessenen Grenzen. Die Zeremonie auf der Joint Base Andrews war sorgfältig inszeniert.
Aufwendige Begrüssungszeremonie
Das Flugzeug des chinesischen Präsidenten landete gegen 17.40 Uhr Ortszeit. Am Fuss der roten Treppe wurde ein rund 30 Meter langer roter Teppich ausgelegt. Zur offiziellen Begrüssung gehörten eine 21-köpfige Ehrenformation, ein Überflug durch zwei B-1-Bomber, Abordnungen aller Teilstreitkräfte der Vereinigten Staaten sowie die Flaggen und Nationalhymnen beider Länder. Auch First Lady Melania Trump nahm an der Zeremonie teil, ebenso wie Peng Liyuan, die Ehefrau von Xi Jinping.
Zwei amerikanische Kinder übergaben den beiden Staatsoberhäuptern gelbe Blumen. Nach einem kurzen Austausch verabschiedete Xi sich von den Trumps und fuhr mit seiner Frau in das bereitstehende Fahrzeug. Trump bezeichnete die Gäste später als grossartige Menschen, deren Geste der persönlichen Begrüssung sie sicher zu schätzen wüssten. China hatte Donald Trump bereits bei seinem Besuch in Peking im Mai mit einer aufwendigen Empfangszeremonie honoriert, wobei Xi damals nicht persönlich am Flughafen anwesend war.
Medienstreit über Bildaufnahmen
Ein besonderes Aufsehen erregte jedoch die Berichterstattung mehrerer grosser US-Sender. Fox News, CBS und NBC waren mit Journalisten und Kameras auf dem Militärflugplatz vertreten, verzichteten aber offenbar absichtlich auf Bildaufnahmen des Empfangs. Auch Teams anderer Sender wie NewsNation, Newsmax, Right Side Broadcasting Network, One America News und LindellTV waren vor Ort. Der Kameraverzicht steht im Zusammenhang mit einem Streit über die Bedingungen für die Berichterstattung über Trump.
Die Sender protestieren damit gegen die Entscheidung des Weissen Hauses, CNN, Politico und MSNBC den Zugang zu bestimmten Veranstaltungen zu verweigern. Während der Empfang auf dem Rollfeld also ohne live oder aufgezeichnete Bildberichte der genannten Sender stattfand, blieb die politische Bedeutung des Besuchs dennoch hoch. Am Donnerstag ist im Weissen Haus ein offizieller Empfang mit anschliessendem Staatsbankett geplant. Am Freitag kehren Xi und Peng Liyuan für einen privaten Tee mit den Trumps zurück.
Danach sollen sie gemeinsam mit dem Präsidentenpaar das Nationalarchiv in Washington besuchen, wo historische Dokumente die Entwicklung der Beziehungen zwischen den USA und China zeigen sollen.
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