Die Parkplätze vor dem Migros-Einkaufscenter in Buchs AG waren jahrelang gratis. Nun wird seit neuestem eine kamerabasierte Parkplatz-Kontrolle verwendet.
Das «Wynecenter» im Aargauischen Buchs hat über 900 Parkplätze – und ein neues Kontrollregime: Beim Befahren des Geländes wird das Auto-Kontrollschild von einer Kamera erfasst, die Einfahrt erfolgt ohne Schranke und Parkticket.
Beim Verlassen des Einkaufszentrums wird das Kontrollschild erneut gefilmt. Obwohl bis zu drei Stunden parkieren gratis sind, sorgen die neuen Parking-Gebühren für Ärger, wie ein Anwohner erzählt. Der Grund: Wer das Einkaufscenter verlässt, ohne zu bezahlen, erhält neu eine Busse in der Höhe von 60 Franken. Mehrere News-Scouts sprechen gegenüber 20 Minuten von einer «perfiden Abzock-Falle». Die Bedienung des Parkautomaten bei diesem Parksystem gehe schnell vergessen und sei ausserdem wenig kundenfreundlich, klagen sie. Denn beim Automaten muss die Autonummer eingegeben werden, die nicht jeder auswendig kenne. Ausserdem akzeptiere die Maschine kein Bargeld, sondern nur Karten, was besonders ältere Menschen vor Probleme stellen dürfte. «Kostenlosen Tagesparkplatz vermeiden» Die Migros Aare bestätigt auf Anfrage, dass am Mittwoch ein neues Parkplatzbewirtschaftungssystem eingeführt wurde. «Wir durften feststellen, dass viele Fahrzeughalter ihr Auto auf unserem Areal parkieren, ohne Kunden des Wynecenters zu sein», sagt Migros-Sprecher Sébastian Lavoyer. «Mit den Parkgebühren möchten wir vermeiden, dass die Parkplätze des Wynecenters in dieser Form als kostenloser Tagesparkplatz missbraucht werden.» Die Installation und der laufende Betrieb der Anlage ohne Schranken biete zahlreiche Vorteile, sagt Lavoyer. «Die Kosten für die Installation und den Betrieb sind tiefer als bei klassischen Systemen.» Zudem seien auch ökologische Kriterien wie der Wegfall von Verbrauchsmaterialien wie Ticketpapier berücksichtigt worden. Nachzahlung auch online möglich Zur Einführung des Systems seien Personen vor Ort, welche das System und auch die Automaten erklären, sagt Lavoyer. «Weiterhin weisen Schilder auf dem Areal auf die Gebühren hin und auch bei der Ausfahrt wird nochmals daran erinnert, dass die ersten drei Stunden gratis parkiert werden kann.» Eine Nachzahlung sei auch online noch möglich. Dass eine Umtriebsentschädigung verrechnet werde, wenn jemand die Parkfläche ohne zu bezahlen verlässt, sei aber üblich. «Der damit verbundene Aufwand ist beträchtlich.» Man versuche stets, im besten Interesse der Kundinnen und Kunden zu handeln, sagt Lavoyer. «Wer das Parkfeld weniger als drei Stunden benutzt, muss den Parkautomaten gar nicht benutzen.»
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