In einer lebhaften Online-Diskussion streiten sich Leser über die Gründe für die anhaltende Wohnungsnot. Während einige den Marktmechanismus verteidigen und auf Angebot und Nachfrage setzen, fordern andere eine stärkere Regulierung von Ferienvermietungen und eine Begrenzung der Zuwanderung. Die Rolle von Pensionskassen und Immobilienkonzernen wird ebenso kritisch hinterfragt wie die aktuelle Raumplanungspolitik.
Die Gründe, wer oder was die Schuld an der Wohnungsnot trägt, löst hitzige Diskussionen aus. leer wie seit über zwanzig Jahren nicht mehr, in Thun liegt die Quote nahe null.
Der Mieterinnen- und Mieterverband spricht von einer dramatischen Situation, die inzwischen auch Dörfer trifft. Der Artikel löste eine hitzige Debatte aus, in der die Leserschaft weit über den Einzelfall hinaus streitet. Es geht um Zuwanderung, um Zweitwohnungen und um die Frage, ob Wohnen überhaupt dem Markt überlassen werden darf. Für viele Kommentierende ist die Sache klar: Zu viele Menschen auf zu wenig Fläche treiben die Preise.
Zudem sei selber Schuld, wer gegen eine Begrenzung der Bevölkerung gestimmt habe.
«Selber gewählt durch ungehinderteImmer wieder fällt der Verweis auf die Abstimmung und den Ruf, mit dem Jammern aufzuhören. Andere halten dagegen und drehen den Spiess um: Es seien bürgerliche Wirtschaftsverbände, die die Zuwanderung wollten, während die Verantwortung auf Ausländer abgeschoben werde. Debattiert wird auch darüber, wer bestimmt, wie gebaut, vermietet und verdient wird.
«Die Bürgerlichen haben seit Jahren die Mehrheit im Parlament, die Immobilienlobby sitzt fest in ihren Reihen», lautet ein Kommentar. Wieder andere warnen davor, ein komplexes Problem auf eine einzige Ursache zu verengen. Auffällig oft kreist die Debatte um Wohnraum, der eben nicht dem Markt zur Verfügung steht. Viele stören sich daran, dass der Artikel Ferien- und Kurzzeitvermietungen gar nicht erwähnt.
«Ein Artikel über Wohnungsnot in den Tourismusregionen des Kantons Bern, ohne den Begriff Airbnb auch nur ein einziges Mal zu verwenden», moniert eine Leserin.und Plattformen wie Airbnb einzuschränken, und verweisen auf Tausende Objekte, die als Dauerwohnraum fehlen würden. «Es gibt schon schöne und freie Wohnungen, wenn man die Kurzvermietung sowie die vielen Zweitwohnungen verbieten würde. Hierfür gibt es spezifische Häuser namens Hotel», heisst es aus der Leserschaft.
Andere bremsen: Die wenigsten wollten dort wohnen, wo diese Wohnungen tatsächlich sind, nämlich im Oberland statt in Bern. Zahlreiche Kommentierende verlangen schlicht konkrete Statistiken darüber, wie viele Wohnungen im Kanton tatsächlich nicht dauerhaft bewohnt sind. Hinter dem Streit um Zahlen steht eine grundsätzliche Frage: Funktioniert der Wohnungsmarkt überhaupt? Mehrfach wird bestritten, dass es sich um einen echten Markt handle, weil die Mieten selbst bei nachlassender Nachfrage nie sinken würden.
«Der Markt ist eine Illusion. Sonst wären die Mieten immer wieder mal gesunken in bestimmten Orten bei kleinerer Nachfrage und höherem Leerbestand. Die Theorie von Angebot und Nachfrage wirkt beim Wohnen nur zynisch», findet eine Leserin. Besonders scharf kritisiert werden Pensionskassen und Immobilienkonzerne, die über hohe Mieten Renditen und Bilanzgewinne erzielten.
Immer wieder taucht die Forderung auf, Wohnen als Grundrecht zu behandeln und den zu fördern. Dem gegenüber steht die Haltung, nur Neubauten und gut behandelte Investoren schafften bezahlbaren Wohnraum.
«Wer Auswahl und zahlbare Wohnungen will, muss Neubauten zulassen und Investoren gut behandeln», hält eine Leserin fest. Jenseits der Grundsatzdebatte bringen einige Leserinnen und Leser konkrete Hebel ins Spiel. Diskutiert werden verdichtetes Bauen, einfachere Baubewilligungen und Anpassungen in der Raumplanung. Andere argumentieren: «Wie viele Dächer könnten in Bern um wenige Zentimeter erhöht werden und es gäbe x neue Wohnungen.
Würde die Stadt nichts kosten und hätte optisch keine Konsequenzen. Keine links oder rechts Diskussion, sondern nur eine Frage der Zielvorgaben an eine Behörde». Gegen die Verdichtung regt sich allerdings Widerstand, etwa mit dem Bild vom Leben auf engem Raum.
«Wer will schon auf engerem Raum leben, zusammengepfercht wie Batteriehühner? », argumentiert ein Leser.zielt auf den Denkmalschutz, der sich ohne grosse Grabenkämpfe und ohne Mehrkosten als Hebel nutzen liesse. Daneben werfen mehrere Kommentierende die Frage auf, ob zu viele grosse Wohnungen von zu wenigen Personen belegt werden.
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