Wildtiere beobachten: Vier Wanderungen in der Schweiz

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Wildtiere beobachten: Vier Wanderungen in der Schweiz
Tiere, Freizeitaktivität, Tiere Und Natur

Der Artikel zeigt, wo sich welche Wildtiere besonders gut beobachten lassen. Vier Wanderungen und praktische Tipps helfen bei der Planung.

Steinböcke, Gämsen oder einen Steinadler zu entdecken ist wie das Tüpfchen auf dem i einer Wanderung – ein magisches Erlebnis. Wo sichtet man welche Wildtiere?

Wir haben vier lohnende Wanderungen zusammengestellt – Tipps und Tricks inklusive.

«Pssst! » – höre ich meinen Freund aus einiger Entfernung, und gleichzeitig winkt er mich nervös heran. Keine Frage, er muss etwas entdeckt haben. Und tatsächlich, oben in der Bergflanke am Bündner Piz Tarantschun weidet ein Steinbock im kargen Gras.

Wir ducken uns beide langsam, und eine Viertelstunde lang beobachten wir ihn in aller Ruhe. Es sind solche Erlebnisse, die einer Wanderung die Krone aufsetzen. Doch es ist nicht einfach das Glück, dieses oder jenes Wildtier angetroffen zu haben. Da klingt viel mehr mit in unserem Inneren.

Ist es eine Erinnerung an Zeiten, in denen unsere Vorfahren noch Tieren nachstellten, um zu überleben? Vielleicht. Auf jeden Fall verbinden solche friedlichen Begegnungen wieder intensiv mit der Natur – zu viele Menschen sitzen zu lange in einem Büro in der Stadt, gestresst und überreizt. Ich selbst komme bei keiner anderen Beschäftigung derart in einen Flow wie beim Beobachten und Fotografieren von Wildtieren.

Die folgenden vier Spots, verbunden mit einer Wanderung, sind besonders lohnend. Hat man die Zeit, gleich für zwei Tage durch die Berge zu ziehen, so stehen die Chancen besonders gut, Wildtiere zu sehen. Erstens ist man länger unterwegs, aber vor allem ist man in den Abend- und Morgenstunden vor Ort, wenn viele Tiere aktiver sind als tagsüber. Eine tolle Wanderroute, und dies auch ohne die Krönung durch Tierbeobachtungen, führt durch das Grenzgebiet zwischen den Kantonen Tessin, Uri und Graubünden.

Hier liegt, keine zwei Kilometer vom Dreikantone-Punkt, die Cadlimohütte des SAC, ein währschaftes Haus in einer wilden Bergwelt aus uraltem Gneis. Am Abend versammeln sich die Gäste vor dem Haus für einen letzten Drink, und da passiert es immer wieder, dass eine Gruppe Steinböcke auftaucht. Den alten Bock, der da oft dabei ist, haben die Hüttenwarte Beppo genannt. Bei schlechtem, nebligem Wetter treiben sich die Tiere auch gerne etwas weiter südlich herum, an den Berghängen beim Lago Scuro.

Auch Richtung Piz Curnera, nordöstlich der Hütte, sind sie immer wieder auszumachen. Von Piora via Lago Scuro zur Cadlimohütte SAC, am zweiten Tag über den Passo Bornengo zum Oberalppass. Ganze Tour 21.9 km, 1'300 m Aufstieg, 1060 m Abstieg, ca. 7 ½ Stunden, Schwierigkeit T2. Das Gebiet um den Härdernagrat und den Aletschwald ist einer der ganz grossen Namen in der Schweiz, wenn es um Tierbeobachtungen geht.

Das hat verschiedene Gründe. Nachdem Jäger sowohl Rothirsche als auch Gämsen im Gebiet praktisch weggeschossen hatten, kaufte die Naturschutzorganisation Pro Natura 1933 den Aletschwald. In den folgenden Jahren erholten sich die Bestände wieder. Ausserdem ist das Gebiet landschaftlich schlicht fantastisch.

Der grösste Gletscher der Alpen im Hintergrund, gesäumt von Drei- und Viertausendern, und entlang des Wegs immer wieder jahrhundertealte Lärchen und Arven. Und schliesslich gibt es hier die Möglichkeit, mit den Experten von Pro Natura frühmorgens unterwegs zu sein. Sie wissen, welche Tiere sich um welche Tageszeit wo aufhalten. Dabei stehen nicht nur Gämsen und Rothirsche auf dem Programm, sondern auch ihre Begleiter wie Reh, Fuchs, Dachs, Stein - und Baummarder.

Wer das Optimum aus einer Wildtierwanderung herausholen möchte, sollte einige Tipps und Regeln beachten. 1. Der Schutz der Tiere und ihrer Lebensräume hat immer Priorität. Wir sind nur Gast in ihrer Wohnstube. Bleiben Sie auf den Wegen und halten Sie sich an die Regeln des Gebietes. 2.

Jede Tierart hat ihre bevorzugten Lebensräume und auch Tageszeiten, an denen sie überhaupt aktiv ist. Informieren Sie sich vorher. 3. Machen Sie immer wieder längere Pausen, bis die «Störungswelle» verebbt ist und die Tiere sich wieder zeigen.5. Singvögel entdeckt man am besten zur Brutzeit frühmorgens oder dann abends.

Greifvögel sind am ehesten mittags oder nachmittags aktiv. Der Regionale Naturpark Beverin erstreckt sich mit etwas über 500 Quadratkilometern über neun Gemeinden in der Region Safiental, Val Schons und Rheintal. Das ist mehr als das Dreifache der Fläche des Schweizerischen Nationalparks. Im Herzen des Naturparks liegt das Jagdbanngebiet Beverin.

Es wurde bereits 1886 eingerichtet, nachdem im Verlaufe des 19. Jahrhunderts Steinböcke und Rothirsche praktisch ausgerottet waren. Heute streifen wieder 50 bis 70 Rothirsche durch das Gebiet, dazu etwa 350 Steinböcke und nicht weniger als 500 Gämsen. Daneben lässt sich hier eine grosse Zahl anderer Tiere beobachten wie Murmeltiere, Schneehasen, Schneehühner und viele Vogelarten vom Schneesperling und Steinschmätzer bis zum Kolkraben und Steinadler.

Das Beverin-Gebiet lässt sich auf zwei Routen durchqueren, entweder über die Farcletta digl Lai Grand oder über den Carnusapass. Beide Routen sind allerdings recht lang. Die folgende Route ist deutlich kürzer. Von Wergenstein, Tguma über den Carnusapass zum Glaspass. 13 km, 570 m Aufstieg, 1080 m Abstieg, ca. 4 ¼ Stunden, Schwierigkeit T2.

Route:Im Jahr 2000 wurde oberhalb von Emmetten der erste sogenannte Wildbeobachtungspfad der Schweiz eingerichtet; er führt von Niederbauen in einem grossen Bogen zur Stockhütte ob Emmetten. Ausgangs- und Endpunkt sind mit einer Luftseilbahn erschlossen. Das gibt einem genug Zeit, um sich in Ruhe hinzusetzen und per Auge oder Fernglas die Hänge und Baumwipfel abzusuchen. Ein erster lohnenswerter Punkt ist der Hundschopf.

Hier hat man zudem einen der schönsten Aussichtspunkte über den Urnersee. Weitere Pausen sollte man zwischen dem Faulberg und dem Plattenschutz einplanen, um die Hänge gegen den Oberbauenstock abzusuchen. Entlang des Wildbeobachtungspfads stehen mehr als ein Dutzend Tafeln, die einige der hier lebenden Tiere und Vögel vorstellen. Mit etwas Glück lässt sich ein Fichtenkreuzschnabel, ein Tannenhäher oder ein Schwarzspecht erspähen.

Von der Bergstation Niederbauen auf der Route 568 zur Bergstation Stockhütte. 11,3 km, 500 m Aufstieg, 790 m Abstieg, ca. 3 ¾ Std. , Schwierigkeit T2. Route:Im Herbst zeigt sich das Weisstannental von seiner schönsten Seite: Aussichtsreiche Bergtour zum Horn Farbige Blätter, mystische Wolkenformationen und der erste Schnee: Diese herbstliche Rundwanderung ab Weisstannen führt durch eine wilde Naturlandschaft. Die Aussicht müssen sich Wanderinnen und Wanderer verdienen.

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