Erstmals seit fünfzig Jahren können die Syrer ihr Schicksal selbst bestimmen. Offen ist, wie ein demokratischer Wandel gelingen kann.
«Der Ewige ist für immer gefallen»: So beschrieben mehrere arabische Medien den Sturz von Diktator Bashar al-Assad in Syrien. Es zeigt die Tragweite dessen, was sich Anfang Dezember abspielte: Oppositionelle Kräfte marschierten in Damaskus ein und übernahmen kampflos die Macht. Assad floh klandestin mit dem Flugzeug nach Moskau.– «Hafez, Hafez für die Ewigkeit».
Zum ersten Mal seit fünfzig Jahren ist es an den Syrern, ihr Schicksal und das ihres Landes zu bestimmen. Das ist es auch, was diesen Moment so bestimmend macht: Befreit von einer Diktatur, die das Land und die ganze Gesellschaft wie ihr persönliches Eigentum behandelte, ist die Zukunft Syriens zum ersten Mal seit Jahrzehnten völlig offen.
Dabei hatte der Krieg in Syrien noch sehr viel mehr Folgen als die Gewalt. Das Assad-Regime stand unter strengen internationalen Sanktionen, die, werden sie nicht aufgehoben oder gelockert, jeglichen Wiederaufbau und wirtschaftliche Investitionen verhindern werden.
Vielleicht auch deswegen kam die Blitzoffensive der HTS und anderer Oppositionsgruppen Anfang Dezember überraschend. Die bewaffnete Opposition in Syrien hatte getan, was ihr schon lange niemand mehr zutraute: Sie ging gegen das Regime in die Offensive – und stürzte es. Was weniger überraschte, war der Kollaps der Assad-Armee, die sich beinahe kampflos zurückzog, als die Rebellen kamen: Die Lebenssituation der Syrerinnen unter Assad war katastrophal.
Er ist der Meinung, dass der Übergangsrat aus verschiedenen Leuten hätte gebildet werden müssen, die sich schon länger für einen Wandel in Syrien eingesetzt haben. «Stattdessen hat die HTS die Macht an sich gerissen. Die Art, wie sie den Übergangsrat zusammengesetzt haben, zeigt für mich, dass sie kein Interesse an Diskussionen und keinen Plan für Demokratie haben», so Wahsh.
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