Nach der Nichtnomination für 2027 zieht Daniel Jositsch Konsequenzen und verlässt die SP.
Bei den Ständeratswahlen 2027 will Jositsch als Parteiloser kandidieren. Er reiht sich ein in eine Serie prominenter SP-Abgänge aus Zürich, darunter Chantal Galladé und Mario Fehr.
«So macht es keinen Sinn mehr»: Eine Woche nach der Schmach der Nichtnomination für die Wahlen 2027 zog der Zürcher SP-Ständerat Daniel JositschDamit ist er nicht der erste – «seine» Zürcher SP sorgte in den letzten Jahren immer wieder mit Parteiaustritten von Schwergewichten für Schlagzeilen.vertrat die SP von 2003 bis 2018 im Nationalrat. Sie fiel teilweise mit abweichenden Positionen auf und war privat während einiger Zeit mit Daniel Jositsch liiert. 2019 trat sie bei der SP aus und wechselte zu den Grünliberalen.
Grund war vor allem die damalige Europapolitik der SP. : Frei übernahm 2012 das Präsidium der Zürcher SP, 2017 trat er von diesem Amt wegen des Streits um Mario Fehr zurück. Von 2018 bis 2019 vertrat er die SP im Nationalrat, als er für Chantal Galladé nachrückte. Weil die Partei ihn für die nächsten Wahlen schlecht platzierte trat er – gemeinsam mit seiner Frau – aus der SP aus.
: Der Zürcher wurde 1999 als SP-Vertreter in den Nationalrat gewählt, 2011 wurde er von der Zürcher Stimmbevölkerung in den Regierungsrat gewählt. Aufgrund eines Vorfalls um zwei Asylbewerber, die aus dem Fenster stürzten – sowie Fehrs Kommunikation dazu – kam es 2020 zum Bruch mit der SP. 2021 trat er aus der Partei aus und wurde 2023 mit dem besten Resultat aller Kandidierenden als Parteiloser im Regierungsrat bestätigt.
: Die damalige Bündner SVP-Regierungsrätin Eveline Widmer-Schlumpf wurde 2007 nach vielen Hintergrundgesprächen in den Bundesrat gewählt – auf Kosten von Amtsinhaber Christoph Blocher. Die SVP machte klar, dass sie in der Partei nicht mehr willkommen ist, wenn sie die Wahl annimmt. Sie tat es trotzdem – in der Folge verliessen weitere SVPler die Partei und gründeten die BDP .
Auch bei anderen Parteien sorgten Austritte bereits für Gesprächsstoff: Nach einer umstrittenen Wahl in den Bundesrat verliess etwa Eveline Widmer-Schlumpf die SVP und trat in die neu gegründete BDP ein. : Gemeinsam mit Widmer-Schlumpf verliess auch der zweite damalige SVP-Bundesrat Samuel Schmid die Partei. Zusammen mit anderen folgte auch der Berner SVPler Hans Grunder, der im Anschluss die BDP gründete und während einiger Jahre präsidierte.
: Der Aargauer Politiker Luzi Stamm wurde 1991 für die FDP in den Nationalrat gewählt. 2001 trat er zur SVP über und war von 2012 bis 2016 gar Vizepräsident der Sünneli-Partei. 2019 wurde er nach Querelen auf einer eigenen Liste nicht mehr gewählt. Die Person und ihre Überzeugungen sind mir am wichtigsten. Ich schaue auf die konkreten politischen Ziele und Projekte. Christof Vuille Christof Vuille leitet seit 2023 das Ressort Politik und ist Mitglied der Redaktionsleitung. Er berichtet für 20 Minuten nah am Puls der Bundespolitik.
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