Eine Wasserhose am Ägerisee, Rekordhitze in Luzern und gelockerte Feuerverbote prägen die Wetterlage in der Schweiz. Die Trockenheit bleibt jedoch bestehen.
Am Mittwochabend hat eine Wasserhose über dem Ägerisee für Aufsehen gesorgt. Eine Leserin fotografierte das Phänomen, das laut SRF Meteo ruhig über den See schwebte. Gleichzeitig wurden in Luzern 30,9 Grad gemessen, einer der heissesten Septembertage seit Beginn der Aufzeichnungen. Die anhaltende Trockenheit hat Auswirkungen auf Landwirtschaft, Wälder und Flüsse, und ein Ende ist nicht in Sicht.
Wasserhose am Ägerisee
Die Wasserhose am Ägerisee sei grundsätzlich nichts anderes als ein Tornado über Wasser, erklärte SRF Meteo. Sie sei jedoch nicht mit einem Tornado über Land vergleichbar, da die Entstehung eine andere ist. Voraussetzung ist eine instabile Atmosphäre mit warmer Luft in Bodennähe und kalter Luft in der Höhe. In einer solchen steigt Luft auf, Wolken bilden sich und saugen weitere Luft an. Eine warme Wasseroberfläche befeuchtet die Luft, was zur Kondensation und zum sichtbaren Rüssel führt. Kommen dann noch schwache Winde aus unterschiedlichen Richtungen hinzu, kann eine Wasserhose entstehen. Typischerweise treten Wasserhosen im Spätsommer und frühen Herbst auf, wenn die Gewässer noch warm, die Luft aber teilweise schon kalt ist, so wie am Mittwoch über dem Ägerisee.
Rekordhitze in Luzern
Der Sommer macht in Luzern einen furiosen Schlussspurt: Um 16 Uhr wurden 30,9 Grad gemessen. Damit gehört der Tag zu den heissesten Septembertagen seit Beginn der Messungen. In Luzern wird die Temperatur seit 1886 offiziell erfasst. Temperaturen von 30 Grad oder mehr wurden im September in den vergangenen rund 140 Jahren erst zum dritten Mal erreicht. Den Monatsrekord hält weiterhin der 6. September 1949 mit 31,1 Grad. Der heute gemessene Höchstwert bleibt damit nur 0,2 Grad darunter. Wie Daten von SRF Meteo zeigen, sind solch hohe Temperaturen im September in Luzern trotz steigender Durchschnittstemperaturen nach wie vor eine Seltenheit. Eine eigentliche Häufung von Hitzetagen in diesem Monat lässt sich in den Messreihen bislang nicht erkennen.
Wetteraussichten für die Zentralschweiz
In der Zentralschweiz zeigt sich der Sonntag von seiner sommerlichen Seite. Nach möglichen Hochnebelfeldern am Morgen setzt sich rasch die Sonne durch. Tagsüber ziehen höchstens wenige Quell- und Schleierwolken auf. Die Temperaturen steigen auf rund 27 Grad, auf 2000 Metern werden etwa 18 Grad erreicht. Auch zum Wochenstart bleibt es gemäss SRF Meteo sehr warm: Am Montag sind rund 30 Grad möglich, am Dienstag nochmals etwa 29 Grad. Ganz stabil bleibt das Wetter allerdings nicht. Einzelne Schauer sind möglich, bevor sich am Dienstagabend eine Kaltfront nähert. Ab Mittwoch wird es deutlich kühler und wechselhafter, die Höchstwerte sinken auf rund 20 Grad. Der Herbst kommt.
Warnungen und Feuerverbote
Nachdem am Morgen eine heftige Gewitterzelle über die Nordwestschweiz gezogen ist, erreichen nun auch die Zentralschweiz Wetterwarnungen. Das Bundesamt für Meteorologie und Klimatologie informiert über die Gefahrenstufe 4 (grosse Gefahr) für die Region Sarnen-Lungern. Mögliche Auswirkungen sind das Abbrechen von Ästen, das Umstürzen einzelner Bäume, Hagelschäden, Rutschungen an steilen Hängen, das plötzliche Auftreten von Flutwellen in Bächen sowie Überflutungen und Blitzeinschläge.
In der vergangenen Woche kam es wiederholt zu Regenfällen – genug, um die Waldbrandgefahr etwas zu entschärfen. In den Kantonen Schwyz, Nidwalden und Obwalden wird die Gefahrenstufe ab sofort von Stufe 4 gross auf Stufe 3 erheblich reduziert. Die Lage bleibt mancherorts jedoch nach wie vor heikel. Die Waldbrandgefahr im Kanton Uri hat sich in den vergangenen Tagen aufgrund der flächendeckenden Niederschläge und gesunkenen Temperaturen leicht entspannt. Es besteht jedoch nach wie vor eine erhöhte Gefahr von Wald- und Flurbränden, heisst es in einer Mitteilung der Sicherheitsdirektion. Aufgrund dieser Beurteilung hat der Kanton das absolute Feuer- und Feuerwerksverbot vom 16. Juli 2026 aufgehoben und stattdessen ein Feuerverbot im Wald und in Waldesnähe (50 Meter Abstand zum Wald) erlassen.
Die lokal unterschiedlich ausgefallenen Niederschläge der vergangenen Tage konnten die Trockenheit leicht entschärfen – jedoch nicht in den Wäldern. Insgesamt bleibt die Wetterlage angespannt, und die Landwirtschaft leidet weiterhin unter den Folgen der Trockenheit. Wiesen trocknen aus, Kulturen leiden unter Wassermangel und die Erntequalität gerät zunehmend unter Druck.
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