Was wir von der Wohler Heldentat lernen können

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Was wir von der Wohler Heldentat lernen können
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Türen aufreissen, Gurte durchschneiden, Verletzte retten: Hajdin Limoni handelte beim schweren Unfall in Wohlen sofort. Psychologe Thomas Spielmann erklärt, was in solchen Extremsituationen im Kopf passiert.

Türen aufreissen, Gurte durchschneiden, Verletzte retten: Hajdin Limoni handelte beim schweren Unfall in Wohlen sofort. Psychologe Thomas Spielmann erklärt, was in solchen Extremsituationen im Kopf passiert.

Hajdin Limoni befreite vier junge Menschen aus dem Unfallauto und schnitt bei den vorderen Insassen die Sicherheitsgurte durch. Laut Psychologe Thomas Spielmann handeln Menschen in akuter Lebensgefahr stark fokussiert und denken kaum an das eigene Risiko.zum Helden geworden. Er hat Autotüren aufgerissen und die teils bewusstlosen jungen Menschen aus dem Fahrzeug befreit. Bei jenen, die vorne sassen, musste er gar den Sicherheitsgurt durchschneiden.

Doch ist es wirklich so einfach? Zwei Tage nach dem schweren Unfall, bei dem sich vier junge Menschen zwischen 17 und 21 Jahren teils schwerste Verletzungen und Verbrennungen zugezogen haben, spricht der Fernsehsender auch mit dem Psychologen Thomas Spielmann. Welche Gedanken treiben einen um, wenn man weiss, dass man vielleicht auch das eigene Leben riskiert? Spielmann sagt: «Da geht nicht mehr viel durch den Kopf, es wird einfach gehandelt.

» Der Fokus richte sich darauf, was zu tun sei. Der Psychologe macht ein Beispiel: «Wie muss ich das Messer ansetzen, dass ich den Gurt mit einem Schnitt durchtrennen kann? »An das eigene Leben denke man dabei nicht. Menschen können eiskalt handeln, wenn sie unmittelbar mit Lebensgefahr konfrontiert sind, erklärt der 75-Jährige.

«Man wird auch so überschwemmt mit Adrenalin, dass man den Schmerz gar nicht bemerkt. » Gleichwohl könne man gut einschätzen, ob man eine Handlung noch vornehmen könne oder ob es sinnlos ist, weil man sich selbst zu sehr gefährde. Spielmann spricht auch von einem «inneren Kompass». Und: «Weil es um Leben und Tod geht, riskiert man mehr, als wenn es nur um das Wohlbefinden geht.

» Gegenüber Tele M1 sagte Hajdin Limoni, dass er nicht der Erste war, der am Unfallort gewesen sei. Er habe dann andere animiert, zu helfen. Das bringt uns zur Frage, warum gewisse Personen handeln, ohne zuvor lange nachdenken zu müssen, und andere eher zusehen. Spielmann spricht von der sogenannten «Küchentisch-Psychologie» und sagt: «Es gibt Menschen, die am Steuer ihres eigenen Lebens sitzen.

Und dann gibt es andere, die passiv sind und eher auf dem Beifahrersitz des eigenen Lebens sitzen. » Man spricht in der Psychologie auch vom «Bystander-Effekt». Dieser beschreibt das Phänomen, dass die Wahrscheinlichkeit, dass eine Person in einer Notsituation eingreift und hilft, umso geringer ist, je mehr andere Personen an einem Ort anwesend sind. Um die Verantwortungsdiffusion aufzuheben, sollte man in einer Notsituation eine Person direkt ansprechen und sie zu einer konkreten Handlung auffordern.

«Beim Bystander-Effekt geht jemand voraus, der Leader. Die anderen orientieren sich an diesem Leader und machen schliesslich auch das Richtige», erklärt Spielmann. Der 53-jährige Limoni handelte also geistesgegenwärtig und brachte sich selbst in grosse Gefahr, obwohl er drei Kinder hat. Würde das jeder Mensch machen, wird Spielmann gefragt.

Der Psychologe antwortet, es sei wohl in «jedem gesunden Menschen» drin, dass er in einer solchen Ausnahmesituation hilft. Eine solche Handlung verschaffe einem Respekt und Bewunderung, sagt Spielmann. Dem Handelnden selbst gebe eine solche Tat ein «unglaubliches Selbstvertrauen». Auch Hajdin Limoni sprach nach seiner Heldentat davon, dass er stolz sei, dass er die Menschen vor dem Tod retten konnte.

Er konnte das, weil er am Steuer sitzt. Nicht nur in seinem Beruf als Lastwagenchauffeur, sondern generell im Leben. Vier Menschen sitzen in einem brennenden Fiat fest. Hajdin Limoni eilt zu Hilfe, greift sogar ins Feuer und wird zum Lebensretter.

Dabei zieht er sich selbst ebenfalls Verletzungen zu. Der Schock sitzt auch am Tag danach tief. Unfall in Wohlen: Vier junge Menschen aus brennendem Auto gerettet – Helfer selbst verletzt Bei einem schweren Unfall in Wohlen sind am Mittwochabend vier junge Menschen teils schwer verletzt worden. Ein Fiat Punto ist dabei frontal gegen einen Baum geprallt und unmittelbar danach in Flammen aufgegangen.

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