Warum Hemdenknöpfe immer noch unterschiedlich angebracht sind

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Warum Hemdenknöpfe immer noch unterschiedlich angebracht sind
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Der Artikel hinterfragt die historische Praxis, dass Herre nhemden rechts und Damenhemden links geknöpft werden. Als Relikt aus einer Zeit, in der Dienerinnen rechte Hände hatten oder Frauen Schutz vor blickenden Augen benötigten, ist diese Unterscheidung heute überflüssig und behindert das Anziehen von Kleidung aus der jeweils anderen Abteilung. Da beide Geschlechter sich heute meist selbst anziehen und rechtshändig sind, plädiert der Autor für eine einheitliche Positionierung der Knöpfe.

Es gibt keinen triftigen Grund, warum sich die Knöpfe bei Hemden für Männer nicht auf der gleichen Seite befinden wie bei Hemden für Frauen. Ein hübsches Hemd, das den meisten Frauen beim Zuknöpfen Mühe bereitet.

Die Knöpfe sind für sie auf der falschen Seite. Die Unterschiede zwischen Männern und Frauen sind fliessend. Statt einer klaren Trennlinie gibt es eher ein breites Spektrum. Viele Frauen und einige Männer tragen lange Haare.

Weniger Frauen und mehr Männer üben einen handwerklichen Beruf aus. Ein weiteres Beispiel sind Kleider. Eine Frau kann Jacken, Hemden oder T-Shirts aus der Männerabteilung tragen. Andersherum ist die Akzeptanz zwar noch klein, aber sie wächst.

Allerdings gibt es einen Haken. Hemden für Männer und Hemden für Frauen haben einen unpraktischen Unterschied. Die einen haben die Knöpfe auf der linken Seite, die anderen auf der rechten. Wenn ich also ein Kleidungsstück aus der ungewohnten Abteilung anziehe, benötigt das Zuknöpfen deutlich mehr Aufmerksamkeit.

Der Vorgang, der sonst fast ohne Hinsehen funktioniert, fühlt sich falsch an. Warum der Unterschied heute noch besteht, kann ich mir nicht erklären. Vermutlich ist es nämlich ein historisches Überbleibsel. Keiner der Erklärungsversuche ist in der heutigen Zeit noch relevant.

Männer müssen im Alltag keine Waffe mehr ziehen und Frauen sitzen nicht mehr jeden Sonntag in der Kirche auf der linken Seite, wobei sie sich vor allfälligen Einblicken von rechts schützen müssten. Objektiv gesehen sind für eine rechtshändige Person Knöpfe auf der rechten Seite offenbar praktischer. Auch das ist ein Erklärungsversuch: Die Kleider der wohlhabenden Frauen waren früher linksgeknöpft, da sich deren rechtshändige Bedienstete damit herumschlagen mussten. Frauen ziehen sich längst selbst an.

Und sind genauso selten linkshändig wie Männer. Es wäre an der Zeit, die Knöpfe bei allen Kleidungsstücken auf der gleichen Seite anzunähen. Auf welcher, kann noch ausgejasst werden. Eine Hälfte der Bevölkerung wird sich umgewöhnen.

Dabei können wir auch gleich den Begriff «Bluse» für ein Hemd für Frauen abschaffen. Ein Hemd ist ein Hemd, das ganz individuell geschnitten sein kann. Einige Körper haben breite Schultern, einige einen grossen Brustumfang. Gewissen Personen gefällt eine stärkere Taillierung besser, anderen ein kurzer Schnitt.

Je nach Geschmack und Körperbau. Speerspitz/Seitenblick: Der in Eschlikon geborene Autor Markus Werner schrieb Bücher, von denen manche gleichzeitig tieftraurig und sehr lustig sind. Wo sein geheimer Rückzugsort im Toggenburg war, ist nicht bekannt. Copyright © St. Galler Tagblatt.

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