Wander-Apps erleichtern die Planung und Navigation unterwegs. Sie bieten Routenvorschläge, Höhenprofile, Karten und Offline-Funktionen. DerArtikel stellt kostenlose und kostenpflichtige Angebote vor und erklärt, worauf Wanderer bei der Auswahl achten sollten. Experte Thomas Widmer empfiehlt zudem, GPX-Routen auszuwählen und Karten vorab herunterzuladen, damit die Navigation auch ohne Mobilempfang funktioniert.
Diese Apps machen das Wandern einfacher und sicherer Welche App zu Ihnen passt, was Sie vor der Tour prüfen sollten und wie der Profi seine Route plant: Wanderpapst Thomas Widmer verrät seine Lieblinge – und sagt, was im Funkloch hilft.
Vielleicht noch einmal an einen Bergsee? Oder auf den nahe gelegenen Hügel mit Aussicht und Beiz? Das Wetter lässt weiterhin beides zu. Und die passende Route lässt sich heute bequem auf dem Handy suchen und planen.
Wander-Apps zeigen, wo es durchgeht, wie viele Höhenmeter zusammenkommen und wie lange man unterwegs sein dürfte. Doch welches Angebot lohnt sich, und wie erkennt man, ob eine vorgeschlagene Tour zu einem passt? Tipps, wie Sie die passende Route wählen, Ihre Wanderung vorbereiten und auch ohne Handyempfang den Nachhauseweg finden.greift unterwegs immer wieder zum Handy. Widmer ist Autor, wurde auch schon als «Wanderpapst» bezeichnet und ist dementsprechend viel unterwegs – bis zu seiner Frühpensionierung Ende September für die.
Zu Hause zeichnet er die Route am Computer, unterwegs ruft er sie auf dem Handy ab. Dafür nutzt er die Bezahlversion SchweizMobil Plus für 35 Franken im Jahr. Mit dem Abo lassen sich Karten vorab speichern und unterwegs auch ohne Mobilempfang anschauen. In der Gratisversion bietet die App auch ausgewählte Routen samt Beschreibungen und Karten..
Dessen App liefert Routenplanung, Höhenprofile und Karten zum Herunterladen, kostenlos und ohne Benutzerkonto. SchweizMobil-Routen lassen sich einblenden – für die Planung auf dem Handy reicht das bereits.. Offline-Karten gibt es mit Bergfex Pro , mit Outdooractive Pro . Komoot Premium bietet unter anderem einen Mehrtagesplaner, mit dem sich längere Wanderungen in Etappen aufteilen lassen. Dies kostet rund 60 Franken im Jahr. Doch auch Wanderexperte Widmer zeichnet nicht jede Wanderung selbst.
Gefällt ihm etwa auf der Website eines Tourismusorts eine Route, lädt er die dazugehörige GPX-Datei herunter und öffnet sie in der App. Die GPX-Datei enthält den Streckenverlauf, sodass er den Weg nicht nachzeichnen muss. Wer weiss, wo er wandern möchte, kann bei Google den Ortsnamen und den Zusatz «GPX» eingeben, etwa «Arosa Weisshorn GPX». So lassen sich Routendateien finden, die man in eine Wander-App übernehmen kann.
Wie schwierig eine Route ist, verrät die Karte nicht. Wer wissen möchte, was auf einen zukommt, liest am besten die Beschreibung des Wegs. So erfährt man, ob es zum Beispiel schmale Wege oder ausgesetzte Stellen hat. Auf Plattformen wie Komoot veröffentlichen auch Privatpersonen ihre Wanderungen.
Profil und Datum helfen bei der Einordnung. Verlässliche Beschreibungen bieten dasWidmer plant seit Jahren die Touren für seine Wandergruppe und weiss: «Du brauchst Erfahrung im Lesen von Karten. » Im Höhenprofil sieht er, wo sich der Aufstieg auf einen kurzen Abschnitt konzentriert. Auf der Karte prüft er etwa, ob der Weg an einer Felswand entlangführt und als Wander- oder Bergwanderweg eingezeichnet ist.
Für erste Wanderungen eignen sich kurze, gelb markierte Wege mit wenig Höhenunterschied. Weiss-rot-weisse Bergwanderwege können steil und schmal sein und verlangen Trittsicherheit sowie Schwindelfreiheit. Weiss-blau-weisse Alpinwanderwege können durch wegloses Gelände oder über Kletterstellen führen und setzen alpine Erfahrung voraus. Wie sich eine heikle Passage präsentiert, schaut Widmer vorab auch gerne einmal auf Youtube an.
Als Beispiel nennt er den Weg durch die Val d’Uina im Unterengadin, der stellenweise in den Fels gehauen ist. Aufnahmen anderer Wanderer zeigen, wie breit der Weg ist und wie steil es daneben hinuntergeht. Sie zeigen allerdings die damaligen Verhältnisse, bei Nässe oder Schnee kann dieselbe Passage deutlich anspruchsvoller sein. Bei der Gebietswahl hilft die Wetterprognose.
Widmer wich zuletzt ins Fricktal aus, weil es dort trockener blieb. Auf Meteo Schweiz lassen sich Regen, Temperaturen und Wind für die Route prüfen. Widmer ergänzt die Prognose mit Webcams entlang der Route. Gibt es dort keine, sucht er Aufnahmen aus der Gegend auf ähnlicher Höhe.
Dabei gilt es aber, auch Aufnahmezeit und Blickrichtung zu beachten: Ein schneefreier Südhang sagt wenig aus über den Nordhang daneben. Die eingeblendeten Wegsperrungen prüft er ebenfalls. Trotzdem stand er schon vor gesperrten Wegen. Schweizer Wanderwege veröffentlicht vor allem länger dauernde Sperrungen, kurzfristige fehlen teils.
Schnee führt ebenfalls nicht automatisch zu einer Meldung, denn Wanderwege sind grundsätzlich für die schnee- und eisfreie Zeit vorgesehen. Schilder und Absperrungen vor Ort haben Vorrang. Bleiben Fragen zu einer Passage: Hütten oder Tourismusstellen wissen oft Genaueres. An SchweizMobil schätzt Widmer auch die eingezeichneten ÖV-Haltestellen.
Steckt er im Nebel und möchte früher aufhören, sucht er einen näheren Postautohalt. Die Tour endet dann eben in einem anderen Dorf als ursprünglich geplant. Solche Ausstiege lassen sich bereits zu Hause suchen und mitsamt Abstiegsdauer und Busverbindung prüfen. Denn ein direkter Abstieg kann auch mehr Zeit in Anspruch nehmen als der längere Weg.
Welchen Weg muss ich nehmen? Die Routen auf den Apps helfen, ein kurzer Blick auf die Wandertafeln kann ebenfalls Wunder bewirken. Die passende Abkürzung kann man als eigene Route speichern und die Stelle markieren, an der sie von der geplanten Wanderung abzweigt. Dort lässt sich dann entscheiden, ob Zeit und Kraft für die längere Runde reichen.
Die Gehzeit einer App bleibt stets ein Richtwert. Bei Swisstopo lässt sich das Tempo anpassen, Pausen sollten dabei immer hinzugerechnet werden. In die Zeitplanung fügen sich deshalb auch die letzte Talfahrt und der Busanschluss ein. Damit die Umgebungskarte auch ohne Empfang verfügbar bleibt, lädt Widmer das Kartenmaterial vor dem Aufbruch herunter.
Bei Swisstopo lässt sich dafür der Bereich entlang der Tour speichern. Wer sich alternative Abstiege offenhalten möchte, wählt einen grösseren Ausschnitt. Wegsperrungen und Schneehöhen sind nicht offline verfügbar, diese prüft man besser vor dem Start online. Bei Grenztouren lohnt sich ein Blick darauf, wie weit die Kartenabdeckung reicht.
Richtung Italien oder Frankreich nutzt Widmer deshalb gerne die App Mapy. Dort ist ein Land mit Benutzerkonto kostenlos offline verfügbar, mehrere mit Premium für 18 Franken im Jahr. Mapy kann auch ohne Empfang einen neuen Weg zu einem anderen Ziel berechnen, sofern die Karten für das betreffende Gebiet heruntergeladen sind. Trotz Vorbereitung hat Widmer schon erlebt, dass die Karte unterwegs nicht erschien.
«Dann siehst du dich selber als roten Punkt auf einer weissen Fläche. Das nützt dir gerade nichts. » Mit der perfekten Route bis ganz hinauf: Das Handy wird auf dem Gipfel dann noch einmal für das perfekte Bild gezückt. Deshalb hält er meistens einen Kartenausschnitt als PDF auf dem Handy bereit.
Diesen lädt er zu Hause herunter. Bei vorgeschlagenen Routen steht er meist ebenfalls zum Herunterladen bereit. Den kann er unabhängig von der Wander-App öffnen und vergrössern. Seinen Standort zeigt das Dokument zwar nicht, den Wegverlauf kann er darin aber nachschauen.
Weil Widmer auch viel fotografiert, braucht sein Handy entsprechend Strom. Darum hat er immer eine Powerbank dabei. Ein Kartenausdruck oder eine physische Landkarte sind sichere Reserven, falls das Telefon einmal ausfällt. Loris BrasserWelchen Weg muss ich nehmen?
Die Routen auf den Apps helfen, ein kurzer Blick auf die Wandertafeln kann ebenfalls Wunder bewirken. Mit der perfekten Route bis ganz hinauf: Das Handy wird auf dem Gipfel dann noch einmal für das perfekte Bild gezückt.
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