Der Berechnungsfehler des Bundesamts für Statistik schadet dem Vertrauen in die Demokratie. Er weist aber auch auf grundlegende Mängel hin – weit über das Amt hinaus.
Sie müssen sich auf die Wahlresultate verlassen können: FDP-Präsident Thierry Burkart und Mitte-Präsident Gerhard Pfister vor der Elefantenrunde am Sonntag.Wenn veröffentlichte Resultate von demokratischen Wahlen nicht stimmen, ist dies ein Fiasko für jedes Land. Für die Schweiz aber erst recht. Das Vorzeigeland der Demokratie sollte es eigentlich auf die Reihe kriegen, solche Resultate korrekt zu berechnen.
Nicht geklappt hat jedoch das Berechnen einer anderen, äusserst wichtigen Zahl: des Wähleranteils der verschiedenen Parteien, auch Parteistärke genannt. Diese Werte dienen unter anderem der Diskussion, wer welche Ansprüche stellen kann – etwa betreffend Bundesratssitze.
Das Gespött aus dem Ausland ist weniger schlimm als das Misstrauen, das durch solche Fehler bei jenen genährt wird, die ohnehin für Verschwörungstheorien anfällig sind. Die Demokratie lebt vom Vertrauen in die Zählenden.
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