Der vom Aussterben bedrohte Wachtelkönig brütet erneut am Lützelsee. Nach erfolgreichem Vorjahr ist die Art zurückgekehrt, dank intensiver Zusammenarbeit zwischen Bauern, Kanton und Vogelkundigen. Die Mahd wurde verschoben, um die Brut zu schützen. Fachleute bitten Spaziergänger um Rücksichtnahme, um den Bruterfolg nicht zu gefährden.
Vom Aussterben bedrohter Wachtelkönig brütet erneut am Lützelsee Der seltene Wachtelkönig ist nach erfolgreichem Vorjahr an den Lützelsee zurückgekehrt. Bauern, Kanton und Vogelkundige schützen gemeinsam die Brutflächen – und bitten Spaziergänger um Rücksicht.
«Räärp-räärp» macht das Wachtelkönig-Männchen, wenn es ein Weibchen anlocken will. Es tut es zur Freude der Vogelschutzfachleute auch dieses Jahr wieder am Lützelsee. Wer in den späten Abendstunden oder frühmorgens am Lützelsee spazieren geht, kann derzeit ein markantes, zweisilbiges «Räärp-räärp» hören. Es ist der Paarungsruf des Wachtelkönigs.
Der unscheinbare Vogel gehört zu den seltensten Brutvögeln der Schweiz und gilt als vom Aussterben bedroht. Dass das Tier nach dem Vorjahr erneut dasselbe Quartier bezogen hat, freut Fachleute wie Wilfried Ackermann vom Ornithologischen Verein Hombrechtikon besonders. Wachtelkönige kehren nämlich mit hoher Wahrscheinlichkeit nur dann an einen Ort zurück, wenn sie dort im Vorjahr erfolgreich brüten konnten. Die Rückkehr ist das Resultat einer engen Zusammenarbeit.
Nachdem im Jahr 2025 gleich drei rufende Männchen am Lützelsee registriert wurden, reagierten die Verantwortlichen schnell: Der OV Hombrechtikon, Birdlife Schweiz, der Kanton Zürich und die lokalen Landwirte stellten die betroffene Wiesenfläche unter Schutz. Und die Bauern verschoben die Mahd auf Mitte August, um die Brut nicht zu gefährden, wie Birdlife Schweiz und der OV Hombrechtikon mitteilen. Vom Wachtelkönig-Schutz profitieren auch andere Tiere und Pflanzen.
Flächen, die später gemäht werden, weisen gemäss Studien rund 20 Prozent mehr Pflanzenarten, 23 Prozent mehr Vogelarten und über die Hälfte mehr Tagfalterarten auf als intensiv genutzte Wiesen, wie Birdlife weiter schreibt. Damit die Brut auch in diesem Jahr gelingt, bitten die Naturschutzorganisationen die Bevölkerung um Mithilfe. Besuchende am Lützelsee werden dringend darum gebeten, die offiziellen Wege nicht zu verlassen, die Wiesenflächen keinesfalls zu betreten und Hunde im betroffenen Bereich strikt an der Leine zu führen.
Zudem sollen keine Vogelstimmen über Apps abgespielt werden, da dies die scheuen Vögel anlocken und unnötig stressen kann. Wer zwischen April und August einen Wachtelkönig hört, kann die Sichtung direkt an Birdlife Schweiz oder auf einer entsprechenden«Räärp-räärp» macht das Wachtelkönig-Männchen, wenn es ein Weibchen anlocken will. Es tut es zur Freude der Vogelschutzfachleute auch dieses Jahr wieder am Lützelsee.
Wachtelkönig Lützelsee Vogelschutz Brutvogel Kanton Zürich
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